|
Die Sicherheit von Analoginsulinen
Fünf so genannte Kunstinsuline (Insulinanaloga) stehen derzeit zur Verfügung. Im Gegensatz zu herkömmlichem Humaninsulin unterscheiden sie sich im Insulinaufbau geringfügig von körpereigenem Insulin beziehungsweise von gentechnisch hergestelltem Humaninsulin, das dem körpereigenen gleicht. Unterschiede, die immer wieder die Debatte über mögliche schädliche Wirkungen anheizen.
Drei Analoga, Insulin aspart, Insulin lispro und Insulin glulisin, wirken nach dem Spritzen beinahe sofort, was Betroffenen Vorteile gegenüber Normalinsulin bieten kann, weil ein Spritz-Ess-Abstand bei normalen Blutzuckerausgangswerten entfällt. Die Wirkdauer beträgt drei bis fünf Stunden.
Die Insuline glargin und detemir wirken hingegen verzögert und extrem lang, bis zu 24 Stunden, so dass vielen Patienten eine einmalige Gabe pro Tag genügt.
Immer wieder flammt in den Medien auf, dass Analoga unter Umständen Krebs hervorrufen könnten. Und zwar über den so genannten Insulin-like growth factor (IGF), einen im Körper befindlichen Wachstumsfaktor, der durch Insulin stimuliert werden und somit mittelbar zu Zellwucherungen führen kann so die These.
Jedes Insulin, auch körpereigenes, reagiert in gewissem Maße mit IGF-1. Tests der derzeit verfügbaren Analoga zu deren Einfluss auf IGF unterscheiden sich nicht von den Effekten, die Humaninsulin zeigt. Viel entscheidender sei jedoch die Frage, wie ein Insulinanalogon an seiner eigenen Bindungsstelle im Körper wirkt, am so genannten Insulin-Rezeptor. Je schneller es sich ablöst, desto geringer die zellschädigende Aktivität.
Neben diesen allgemeinen Tests sind solche für spezielle Personengruppen von Bedeutung. Dazu zählen Schwangere, Kinder sowie Menschen mit einer diabetischen Netzhautschädigung.
In Tierversuchen verursachten die Insuline lispro, aspart, detemir und glargin keine Missbildungen oder andere Schädigungen bei werdendem Leben. Weil jedoch ausreichende Praxiserfahrung derzeit nur für das am längsten auf dem Markt befindliche Analogon lispro vorliegt, ist bislang auch nur dieses zum Einsatz während der Schwangerschaft zugelassen.
Bei Kindern kann Insulin lispro ohne Altersbeschränkung zum Einsatz kommen, Insulin aspart bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr. Insulin gluslisin hat für Kinder noch keine Zulassung. Die lang wirksamen Insuline detemir und glargin können ab dem sechsten Lebensjahr in eine Insulintherapie integriert werden.
Diabetes heute
Gründlich überarbeitet und auf dem neuesten Stand der Wissenschaften: der Ratgeber „Diabetes heute mehr Freiheit und Sicherheit“. Er informiert Diabetiker über neuere und schonende Medikamente, wann und wie man auf Insulin umstellt, welche neuen und bewährten Insuline es heute gibt und wie wenig Einschränkungen die Krankheit den Betroffenen nur noch abverlangt. Extra: Rezepte für süße Nachtische und eine Kalorien-Fett-Kohlenhydrat-Tabelle. Den Ratgeber gibt es in vielen Apotheken.
Apothekerin Jutta Petersen-Lehmann:
Diabetes heute mehr Freiheit und Sicherheit, Govi Verlag, 96 Seiten, 9,90 € (D), PZN 0090629, ISBN 3-7741-0980-X.
|
|
|
|