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31.07.2010, 4:45


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Fünfzig Jahre Arzneimittelentwicklung –
eine Erfolgsgeschichte



"Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen", seufzen wir manchmal, wenn von alten Zeiten die Rede ist. Ein Satz, der auch auf die Medizingeschichte der letzten fünfzig Jahre passt.

Allein im Jahr 1952 traten in Deutschland noch etwa 20 000 Fälle von Kinderlähmung oder medizinisch Polio auf. In den USA waren es sogar noch mehr: 60 000 Menschen – in den meisten Fällen Kinder – erkrankten. Heute gilt Polio heute fast als besiegt. lm Jahr 2001 zählte man weltweit nur noch 537 Patienten. Dass der Ausbruch dieser grausamen Infektionskrankheit in den fünfziger Jahren die letzte große Polio-Epidemie war, ist dem amerikanischen Wissenschaftler Jonas Edward Salk (1914 – 1995) zu verdanken. Er entwickelte zu dieser Zeit den ersten wirksamen Impfstoff gegen Kinderlähmung.

Größte jemals durchgeführte Studie für den Polio-Impfstoff

Im Jahr 1955 konnten weltweite Impfkampagnen anlaufen, nachdem der Impfstoff in der größten jemals durchgeführten klinischen Studie an 650 000 Menschen erfolgreich getestet worden war. Allerdings musste das aus abgetöteten Viren bestehende Salk-Präparat gespritzt werden. Der große Erfolg der Impfkampagne wurde erst durch Forschungsergebnisse des Bakteriologen Albert Bruce Sabin (1906 – 1993) möglich: Ihm gelang die Entwicklung eines als Tropfen auf einem Stück Würfelzucker einzunehmenden Mittels mit abgeschwächten lebenden Viren, das es seit 1961 gibt.

"Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist bitter"

Dieser Werbeslogan für die Impfung hat seine eindringliche Wirkung auf Generationen von Eltern und Kindern nicht verfehlt. Und ist doch auch schon wieder Geschichte: Heute impft man gegen Polio wieder mit der Spritze. Der jährliche "Welt-Polio-Tag" soll daran erinnern, dass nur bei weiteren konsequenten Impfmaßnahmen die Krankheit völlig ausgerottet werden kann. Sie kommt in Entwicklungsländern Afrikas und Asiens noch immer regelmäßig vor und kann von dort sogar durch Touristen auch wieder nach Europa eingeschleppt werden.

Viele Infektionskrankheiten haben ihren Schrecken verloren

Durch Impfungen und vielmehr noch durch die Entwicklung hochwirksamer Antibiotika ist der Schrecken akuter Infektionskrankheiten aus unserem Bewusstsein gerückt. Wer noch vor wenig mehr als 50 Jahren eine Lungenentzündung erlitt, musste mit dem Tode rechnen. Heute lässt sich die Infektion mit Antibiotika und Bettruhe in den meisten Fällen kurieren, auch wenn zunehmende Resistenzen von Krankheitskeimen die Medizin vor eine neue Herausforderung stellen. Interessantes zum Beginn der Herz-Kreislauf-Forschung lesen Sie hier.


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