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Arzneimittel und Krankheiten trüben den Durchblick
Gerade bei Erkältungen beobachtet man häufig, daß Viren beim Einsetzen der Linsen von den Händen ins Auge gelangen.
Bisher hat Katrin S. ihre Kontaktlinsen gerne getragen. Und jetzt, seitdem sie das neue Medikament verschrieben bekommen hat, reiben die Haftschalen. Da liegt der Verdacht nahe, daß das Arzneimittel der Übeltäter ist, auch wenn es innerlich angewandt wird. Mehrere Gründe gibt es, wenigstens vorübergehend auf Kontaktlinsen zugunsten der Brille zu verzichten: Grippale Infekte gehören dazu wie auch zahlreiche Arzneimittel, die man eventuell nehmen muß. Bei einer Erkältung sollten Kontaktlinsen-Träger lieber auf ihre Brille umsteigen. Selbst bei banalen Symptomen wie Schnupfen oder einem Kratzen im Hals besteht für den Kontaktlinsen-Fan ein viermal höheres Risiko als für den Brillenträger, sich eine Infektion an Lidern, Horn- oder Bindehaut einzufangen. Grund: Gerade beim Einsetzen und Herausnehmen der Linsen gelangen Schnupfenviren von den Händen ans Auge. Und auch der Urheber von vielen Hals-, Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen, Streptokokkus pyogenes, kann leicht auf die Augen übergreifen.
Versucht man, der Erkältung mit Medikamenten beizukommen, schürt man das Dilemma des gereizten Auges unter Umständen erst recht an. Viele Arzneistoffe in Schnupfen- oder Erkältungsmitteln lassen nämlich nicht nur die Nasenschleimhaut abschwellen, damit sie weniger Sekret produziert, sondern sie hemmen gleichzeitig auch die Tränenproduktion. Und besteht ein Mangel an Tränenflüssigkeit, können die Kunststoffscheibchen auf dem Tränensee nicht schwimmen. Ein Fremdkörpergefühl ist die unangenehme Folge.
Vielen schwangeren Frauen oder Frauen, die mit der Pille verhüten, machen trockene Augen zu schaffen, obwohl sie bisher die Linsen beschwerdefrei getragen haben. Hormone, besonders die Östrogene, halten im Organismus Wasser zurück. Die Tränendrüsen können deshalb nur weniger Tränen ausstoßen. Auch hier bringen künstliche Tränen Erleichterung. Übrigens: In der Schwangerschaft und Stillphase kön-nen Pflegemittel oder künstliche Tränen bedenkenlos weiter angewandt werden.
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