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31.07.2010, 4:42


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Medikamente gegen den Schmerz

Analgetika

Sammelbegriff für schmerzstillende Arzneimittel. Einige Analgetika senken außerdem eine erhöhte Körpertemperatur und/oder wirken entzündungshemmend, so zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure oder Diclofenac aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika, kurz "NSAR" (siehe dort). Sie eignen sich daher auch zur Linderung rheumatischer Beschwerden.

Antipyretika

Antipyretika wirken fiebersenkend. Man verwendet sogenannte Anilin-Derivate, zum Beispiel Paracetamol, das in angepasster Dosierung auch Kindern gegeben werden kann. Außerdem eignen sich einige Substanzen aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika, vor allem Acetylsalicylsäure und Ibuprofen.

Antirheumatika, topische

Die topischen Antirheumatika enthalten schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe. Sie werden in Form von Salben, Cremes oder Gelen auf die Haut aufgetragen. Hier kommen dann Diclofenac, Ibuprofen oder Natriumsalicylat zur Anwendung. Diclofenac lässt sich außerdem als Wirkstoffpflaster auf die schmerzende Körperregion aufkleben.

Hyperämisierungsmittel

Hyperämisierungsmittel wie das aus dem Cayennepfeffer gewonnene Capsaicin regen die Durchblutung an. Das lockert die verspannte Muskulatur. Die so verbesserte Durchblutung bewirkt, dass unerwünschte Stoffwechselprodukte aus dem betroffenen Gebiet schneller abtransportiert werden. Zudem lindern sie direkt den Schmerz, indem sie dafür verantwortliche Botenstoffe hemmen. Sie werden als Salben aufgetragen (dabei Handschuhe tragen) oder als Pflaster auf die schmerzende Stelle aufgeklebt.

Muskelrelaxanzien

Muskelrelaxanzien entspannen die Skelettmuskulatur. Man unterscheidet sogenannte periphere und zentrale Muskelrelaxanzien. Die peripheren Vertreter werden bei der Narkose eingesetzt. Sie hemmen die Weiterleitung der Impulse von den Nervenfasern auf die Muskulatur. Der Wirkstoff Pancuroniumbromid gehört beispielsweise in diese Gruppe. Zentrale Muskelrelaxanzien wirken hingegen über bestimmte Bindungsstellen im Gehirn. Sie setzen eine (krankhaft erhöhte) Muskelspannung herab und lösen so Verkrampfungen, wie zum Beispiel bei einem Hexenschuss. In diese Gruppe gehören zum Beispiel Tetrazepam, Baclofen oder Memantin.

NSAR

Abkürzung für sogenannte "nicht steroidale Antirheumatika". Sie wirken schmerzstillend und entzündungshemmend wie das Steroid Cortison, haben aber eine andere chemische Struktur. Daher heißen sie »nicht steroidal«. Sie hemmen die Bildung bestimmter Botenstoffe, die im Körper für die Vermittlung von Schmerzen und für Entzündungsprozesse verantwortlich sind. Vertreter dieser Gruppe sind Diclofenac und Ibuprofen.

Opiate und Opioide

Opiate stammen aus dem Milchsaft des Schlafmohns. Zu den bekanntesten zählen Morphin und Codein. Über zentrale Schaltstellen im Gehirn wirken sie sehr stark schmerzlindernd. Ihre chemischen Verwandten heißen Opioide. Beispiele sind Tilidin und Tramadol. Auch sie setzt man bei starken Schmerzen ein, wie sie bei einer Gürtelrose oder Krebserkrankungen auftreten können. Die Wirkstoffe aus dieser Gruppe sind verschreibungspflichtig. Einige kann der Arzt nur auf einem speziellen Betäubungsmittel-Rezept verordnen.

Triptane

Triptane wirken gezielt gegen die Symptome einer Migräne. Sie verengen die dabei krankhaft erweiterten Blutgefäße im Gehirn und hemmen die Freisetzung von Botenstoffen, die die mit einer Migräne verbundenen Erscheinungen wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Gegen andere Schmerzarten wirken sie nicht. Die meisten Triptane sind verschreibungspflichtig, allein der Wirkstoff Naratriptan ist in einer speziellen Dosierung auch ohne Rezept erhältlich.

Thermotherapie

Schmerzen und Verspannungen lassen sich auch durch eine Wärmebehandlung, der Fachbegriff lautet Thermotherapie, lindern, wenn sie nicht mit einer Entzündung einhergehen. Hier lassen sich Pflaster, deren Bestandteile eine sanfte, über Stunden anhaltende Wärme entwickeln, auch unterwegs oder am Arbeitsplatz einsetzen. Sie enthalten unter anderem Eisenpulver, Aktivkohle und Salze. Anders als bei Hyperämisierungsmitteln (siehe dort) entwickelt sich die Wärme durch eine Reaktion mit dem Luftsauerstoff. Sie startet, sobald man die Schutzhülle entfernt hat.


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