Anzeige:
Home
31.07.2010, 4:31


Erste Hilfe

Arzneimittel

Krankheiten & Beschwerden

So funktioniert der Körper

Wellness, Fitness, Health

Recherche Spezial



Stichwortsuche:



Hier finden Sie Ihren Suchbegriff
im Lexikon und in den Seiten der
Neuen Apotheken Illustrierten.


Balsam für den roten Rachen

Kalter Wind weht, Schneeregen durchnässt die Kleidung – richtiges Schmuddelwetter. Dabei passiert es schnell, dass man sich einen Virus einfängt und neben anderen Beschwerden auch Halsschmerzen bekommt. Doch mit Arzneien aus der Apotheke lassen sich Hals- und Schluckbeschwerden lindern.

Ein- bis dreimal im Jahr erkältungsbedingte Halsschmerzen zu haben, gilt bei Erwachsenen als normal. Los geht es damit, dass es im entzündeten Hals kratzt und brennt. Dann können Schluckbeschwerden folgen, bisweilen auch Heiserkeit und Schmerzen beim Sprechen. In der Regel dauert es zwei bis drei Tage, bis erkältungsbedingte Halsschmerzen ihren Höhepunkt erreichen. Nach einer Woche sollten sie aber normalerweise überwunden sein.

An sich ist die Halsentzündung bei einer Erkältung Teil der Abwehrreaktion des Körpers gegen eingedrungene Keime. Das mag zwar natürlich sein, trotzdem hat man nicht gerne Schmerzen und möchte sie lindern. Neben viel Ruhe und einem warmen Schal helfen dabei Mittel aus der Apotheke.

Gurgeln, Lutschen und Inhalieren
Um den Mund- und Rachenbereich zu desinfizieren, gibt es unter anderem Gurgellösungen oder Pastillen mit Arzneistoffen wie beispielsweise Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid oder Dequaliniumchlorid. Und falls die Beschwerden sehr stark sind, helfen lokal betäubende und damit schmerzstillende Substanzen wie Benzocain, Lidocain oder auch Ambroxol. Aus langsam im Munde zergehenden Pastillen und Tabletten freigesetzt, erreichen die Arzneistoffe auch den hinteren Rachenbereich.

Einen Schutz für die entzündeten Schleimhäute der Atemwege bieten aber auch Zubereitungen verschiedener Heilpflanzen in Form von Tropfen, Sprays, Lutschtabletten oder Tees aus der Apotheke. So enthalten beispielsweise Auszüge aus Eibischwurzel, Spitzwegerich oder Isländisch Moos Schleimstoffe, die einen schützenden Film auf den Schleimhäuten in den Atemwegen bilden und damit reizlindernd wirken. Einen Schutzeffekt zeigen auch Gerbstoffe unter anderem aus Salbeiblättern oder Eichenrinde. Diese Stoffe wirken zusammenziehend auf Schleimhäute und dichten sie dadurch ab. Ätherische Öle aus Salbeiblättern, Thymiankraut oder auch Kamillenblüten wirken antibakteriell und krampflösend. Balsam für den Hals ist es, mit geeigneten Zubereitungen dieser Heilpflanzen zu gurgeln oder zu inhalieren. Beim Inhalieren erreicht man auch die tieferen Atemwege, wenn etwa der Kehlkopf oder die Stimmbänder entzündet sind. Fragen Sie zur Inhalationstechnik und zur Herstellung von Gurgellösungen Ihren Apotheker.

Allgemein gegen Schmerzen und Entzündungen, aber auch gegen das bei Erkältungen auftretende Fieber helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Den Wirkstoff Flurbiprofen gibt es als Lutschtablette. Eine solche Tablette wirkt nach etwa 15 Minuten und kann über etwa drei Stunden hinweg den Halsschmerz sowie die Entzündung direkt vor Ort eindämmen.

Um einen gerade bei Halsschmerzen unangenehmen Hustenreiz zu mildern und zugleich das Abhusten von Schleim zu erleichtern, eignet sich unter anderem der Wirkstoff Ambroxol. Das Abhusten von Schleim verbessern außerdem Präparate mit pflanzlichen Zubereitungen aus Efeublättern, Primelwurzel oder Thymiankraut und Inhalationen mit ätherischen Ölen wie etwa Fichtennadel-, Pfefferminz- oder Eukalyptusöl. Schleimlösend wirkt auch der Arzneistoff Acetylcystein. Immer gut für die Schleimverflüssigung: genug trinken.

Bevor man Halsschmerzen bei Kindern behandelt, muss man auf jeden Fall den Kinderarzt fragen, wie man dabei vorgehen soll und welche Arzneistoffe man den Kleinen geben darf!
Was man sonst noch tun kann:
- sich Ruhe gönnen,
- viel trinken,
- die Luft in der Wohnung befeuchten,
- ab und zu ein zuckerfreies Bonbon lutschen, um den Hals zu befeuchten, zum Beispiel ein Salbeibonbon,
- schädliche Reize wie etwa Zigarettenrauch, Staub oder trockene Heizungsluft meiden.

Bei anhaltenden Halsbeschwerden zum Arzt
Ein klarer Fall für den Arzt sind Halsschmerzen, die ständig schlimmer werden beziehungsweise sich nicht nach drei Tagen bessern. Wenn hohes Fieber auftritt, bei Verdacht auf eine Mandelentzündung (weiße Eiterstippen), wenn Atembeschwerden dazukommen oder wenn eine Heiserkeit über Wochen anhält, sollte man ebenfalls den Arzt aufsuchen. Dieser muss auch entscheiden, ob Bakterien an der Infektion beteiligt und ob Antibiotika sinnvoll sind.

Mitunter sind es aber weder Viren noch Bakterien, die für einen rauen Hals sorgen, sondern schlicht eine Überlastung der Stimme. Das mag der eine oder andere Fußballfan nach einem harten Bundesligawochenende schon festgestellt haben. Für solche Fälle von Heiserkeit ein Tipp: statt viel zu flüstern, lieber normal, aber möglichst sehr wenig und nicht zu laut sprechen.

Dr. Frank Schäfer





01/07




Zurück zur Startseite

Copyright © 2010 Neue Apotheken Illustrierte / GOVI Verlag


Home | Impressum | Presse | Mediainformationen | Copyright-Hinweis | GOVI Verlag

Haben Sie Fragen zum Inhalt? Dann wenden Sie sich bitte an redaktion@nai.de