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31.07.2010, 4:39


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Blutzucker-Meßgeräte zur Selbstkontrolle


Die heutigen Blutzucker-Meßgeräte sind um vieles genauer und auch sehr viel einfacher zu bedienen als noch vor einigen Jahren. So hat die Selbstkontrolle mit dem eigenen Gerät einen nicht für möglich gehaltenen Siegeszug angetreten.

Der Zucker ist im flüssigen Anteil des Blutes gelöst, im sogenannten Plasma. In Laboratorien, beziehungsweise beim Arzt werden die Glukose-Konzentrationen bevorzugt im Plasma gemessen. Alle Blutzucker-Meßsysteme für zu Hause, messen aber Vollblutglukose. Vollblut enthält neben dem zuckerhaltigen, wäßrigen Plasma auch feste Bestandteile, wie zum Beispiel die roten Blutkörperchen; Vollblut ist auf den Zuckergehalt bezogen also verdünnter. Wird der Zucker im Vollblut gemessen, ist die Konzentration daher immer geringer als im Plasma, durchschnittlich um 10 bis 15 Prozent. Will man die Werte vom Arzt mit den selbst gemessenen vergleichen, muß man diesen Unterschied berücksichtigen.

Testmethoden

Für die Bestimmung der Glukose gibt es unterschiedliche Systeme bezüglich Meßmethode und Handhabung. Die zwei hauptsächlich angewandten Meßmethoden arbeiten entweder mit der sogenannten Reflexion oder elektrochemisch.

Bei der Reflexion wird die Blutprobe angestrahlt und das abgestrahlte Licht von einem Meßsystem aufgefangen. Die im Blut vorhandene Glukose wird mit Hilfe von Enzymen umgewandelt. Dabei ändert sich die Farbe des Teststreifens. Die Farbänderung wird vom Gerät registriert und dann in Blutzucker-Einheiten umgerechnet. Diese Farbänderung kann aber auch mit Hilfe des Auges erkannt und mit den Farbfeldern auf der Teststreifen-Packung verglichen werden. Jedem Vergleichs-Farbfeld sind dazu bestimmte Konzentrationsangaben zugeordnet. Für sehbehinderte Diabetiker gibt es Geräte mit einem sehr großen Anzeigefeld und sogar sprechende Geräte. Ihr Apotheker informiert Sie gerne.

Bei der elektrochemischen Variante enthalten die Geräte sogenannte Elektroden, an denen die Glukose mit Hilfe des Enzyms Glukoseoxidase oxidiert wird. Dabei werden Elektronen frei, die einen meßbaren Stromfluß erzeugen. Je mehr Glukose enthalten ist, desto größer ist der Stromfluß. Das Gerät kann daraus die Konzentration berechnen.

Eine Frage des Wischens

Bezüglich der Handhabung wird zwischen der Wipe- und der Non-Wipe-Methode unterschieden. "To wipe" ist englisch und heißt abwischen. Bei der Non-Wipe-Methode entfällt das Abwischen des Teststreifens vor dem eigentlichen Meßvorgang. Sowohl Geräte, die mit der Reflexion, als auch elektrochemisch arbeiten, sind in der Non-Wipe-Version zu haben. Ihr großer Vorteil: die geringere Meßdauer.

Wozu Geräte-Codierung?

Teststreifen herzustellen, die hundertprozentig gleich sind, ist nahezu unmöglich. Wegen der Unterschiede muß für jede Teststreifen-Serie vom Hersteller festgelegt werden, wie das Gerät die Farb- beziehungsweise Stromwerte in Blutzuckerwerte umrechnen soll. Es ergibt sich eine sogenannte Codezahl, die außen auf der Teststreifendose angegeben wird. Diese wird entweder ins Gerät eingegeben oder ist bei modernen Geräten auf einem einschiebbaren Chip gespeichert. Jetzt erst ist das Gerät meßbereit. Hat man es versäumt das Gerät auf den Code der neuen Teststreifen einzustellen, zeigt es falsche Werte an.

Einheiten

Glukose-Konzentrationen können entweder in Millimol pro Liter (mmol/l) oder Milligramm pro Deziliter (mg/dl) ausgedrückt werden. Es gibt bis heute keine einheitliche Regelung in Europa, obwohl mmol/l offiziell die internationale Maßeinheit ist. Gerade die Bürger der ehemaligen DDR rechneten mit der Einheit mmol/l. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Umrechnungstabellen für die verschiedenen Maßeinheiten.

Reinigung der Geräte

Vor allem elektrochemisch messende Geräte saugen von selbst die entsprechende Menge Blut ins Gerät und können praktisch nicht verschmutzen. Gelangt bei ihnen jedoch Schmutz ins Innere, müssen sie an den Hersteller geschickt werden. Geräte, bei denen Blut auf den Meßstreifen getropft wird, sollten von Zeit zu Zeit mit einem alkoholgetränkten Tupfer vorsichtig gesäubert werden.





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