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Kontinuierliche Blutzuckermessung
Der Patient trägt das handliche Gerät drei Tage hintereinander unter Alltagsbedingungen am Körper. Er kann eingeben, wann er gegessen, wie viel er dazu gespritzt hat, wann welche sportliche Betätigung den Blutzucker beeinflussen konnte und ob Unterzuckerungen oder andere außergewöhnliche Ereignisse auftraten. Der Arzt wertet den Stoffwechselreport per Computer aus. Er kann ihn in unterschiedlichen Darstellungen betrachten, als Grafik über einen oder mehrere Tage, in Form statistischer Zusammenfassungen und als Übersicht mit allen Werten und Ereignissen. Das Bild, das er daraus gewinnt, zeichnet sich durch eine hohe Komplexität aus, die mit einem herkömmlichen Tagesprofil aus acht Werten nicht zu erreichen ist.
Das Messprinzip der neuen Geräte gleicht dem eines großen Teils der bekannten Blutzuckermessgeräte. Es basiert auf einer elektrochemischen Reaktion. Damit dieser Prozess abläuft, muss das CGM-Gerät mit einer Körperflüssigkeit in Verbindung stehen. Dazu dient das Gewebswasser, die so genannte interstitielle Flüssigkeit, die sich in einer bestimmten Hauttiefe zwischen den Zellen befindet. Der dort vorhandene Zuckergehalt korreliert mit dem des Blutes.
1-mal Pieken, 3 Tage messen
Zum Start der Untersuchung gehört in jedem Fall ein Piks in den Bauch. Hierdurch gelangen entweder ein Sensor oder ein dünner Schlauch mit angeschlossenem externen Sensor unter die Haut. Aber egal, wo der Sensor das Gewebswasser auf Zucker untersucht: Alle zehn Sekunden liefert er einen Wert an einen kleinen Taschenrechner (das Gerät, das der Patient trägt), alle fünf Minuten fasst dieser die Messdaten zu einem Mittelwert zusammen, und die wertet der Arzt nach drei Tagen aus.
Lernen für die Dauermessung
Bislang eignet sich noch keines der CGM-Systeme für den Dauergebrauch. Der Weg in diese Richtung scheint jedoch geebnet. Wenn es so weit ist, müssen sich Diabetiker erst daran gewöhnen, permanent die eigenen Blutzuckerwerte zu sehen. Übereilte Reaktionen auf einzelne Werte würden alle Vorteile einer kontinuierlichen Blutzuckermessung zunichte machen.
Den Blutzucker unblutig zu bestimmen, stellt Wissenschaftler bislang noch vor Probleme. Eine breit einsetzbare Kombination aus Insulinpumpe und CGMS ist jedoch keine Utopie mehr. Einige Jahre wird es allerdings noch dauern, bis eine "intelligente Insulinpumpe" selbstständig auf die Messwerte reagiert und damit praktisch als künstliche Bauchspeicheldrüse gelten kann.
So bekommen Sie ein optimales Ergebnis
Halten Sie sich daran, täglich auch selbstgetestete Werte in das CGMS einzugeben, wenn vom Arzt so angegeben. Diese Werte dienen dazu, das Gerät exakt auf Sie zu eichen.
Verhalten Sie sich an den drei Messtagen so, wie sonst auch in Ihrem Alltag. Das bezieht sich auf alle Lebensbereiche inklusive der Ernährung. Es nutzt Ihnen und Ihrer Gesundheit nichts, mit einer 3-Tages-Diät phantastische Ergebnisse zu produzieren, die aber nicht die Alltagswerte wiederspiegeln.
Schreiben Sie alle Ereignisse genau auf, die Sie auch in das Gerät eingeben können. Je mehr Material dem Arzt zur Verfügung steht, desto besser lassen sich die Ergebnisse interpretieren und entsprechende Schlüsse für die weitere Therapie daraus ziehen.
06/03
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