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31.07.2010, 4:37


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Erhöht Diabetes das Krebsrisiko?

Es steht eindeutig fest, dass Übergewicht am Entstehen vieler Tumorarten beteiligt ist, so die Information des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Besonders unter Frauen mit Brustkrebs nach den Wechseljahren oder mit Gebärmutterhalskrebs sowie unter Männern mit Darm- und Prostatakrebs und auch allgemein bei Menschen mit Tumoren der Nierenzellen, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege finden sich sehr viele Übergewichtige.

Stellt sich die Frage nach dem Grund. Eine erschöpfende Erklärung existiert bislang noch nicht. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Forschern plausibel erscheinen:

Diabetes beeinflusst viele Prozesse im Körper nachhaltig – und das nicht zum Besten. Nun deuten Studienergebnisse darauf hin, dass Diabetiker auch deutlich häufiger an Darmkrebs erkranken als gesunde Menschen.

Dreifach erhöht sei das Risiko, geben die Initiatoren der Studie an. Der Hintergrund: Von 10000 Teilnehmern entwickelten die Menschen mit den höchsten Blutzuckerspiegeln – selbst wenn diese noch unter den Grenzwerten für einen Diabetes lagen –binnen sechs Jahren deutlich häufiger Darmkrebs als jene mit normalen Werten. Je höher die Blutzuckerwerte, desto größer war die Gefahr. Daraus lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht der Schluss ziehen, dass der Diabetes selbst den Darmkrebs verursacht. Es ist wahrscheinlicher, dass es allgemeine Lebensumstände gibt, die die Entwicklung von Diabetes und Darmkrebs begünstigen. Ganz entscheidend zählen falsche Ernährung und Übergewicht zu diesen Lebensumständen.

Zu viel Fett begünstigt Tumoren
  • Eine fettreiche Ernährung bringt meist einen Mangel an Ballaststoffen mit sich, denn fetthaltige Lebensmittel (Butter, Sahne, Süßigkeiten, Käse, Wurst) enthalten naturgemäß nur geringe Mengen davon. Ballaststoffe scheinen jedoch Darmkrebs entgegenzuwirken. Zudem geht mit einem hohen Fettkonsum oft eine insgesamt ungesündere Lebensweise einher, geprägt von Bewegungsmangel und Zigarettenkonsum.

  • Übergewicht spielt in der Krebsentstehung eventuell sogar bereits in Kinderjahren eine Rolle. So weiß man, dass übergewichtige Mädchen deutlich früher in die Pubertät und übergewichtige Frauen deutlich später in die Wechseljahre kommen als Frauen mit Normalgewicht. Das bedeutet, dass weibliche Hormone über einen langen Zeitraum auf den Körper wirken – und somit die Gefahr für einen hormonabhängigen Tumor wächst.

  • Menschen mit Übergewicht haben oft auch zu hohe Blutdruckwerte. Bluthochdruck kann jedoch die Nieren schädigen, und diese Schäden können wiederum das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken.

Wer sich gesund ernährt, lebt länger

Die bislang vermuteten Zusammenhänge lassen für die Praxis nur einen Schluss zu:
Ob Diabetiker oder Nicht-Diabetiker, wer zu viel wiegt, verbunden mit einem an Bewegung armen Lebensstil, sollte dringend lernen, seine Ernährung umzustellen, um möglichst lange ein gesundes Leben führen zu können.

Was so einfach klingt, lässt sich jedoch oft nur mühsam im Alltag umsetzen. Zusammen mit einem Experten (Diabetologen, Apotheker, Ernährungsberater) fällt es vielen leichter, einen ausgewogenen Essensplan so auszutüfteln, dass die Umstellung zwar Disziplin braucht, aber nicht den ganzen Alltag auf den Kopf stellt.



Dieser Diabetes-Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetiker Bund, Bundesgeschäftsstelle, Goethestraße 27, 34119 Kassel, www.diabetesgate.de


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