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Fernreisen so kommen Sie gesund wieder
Die Urlaubszeit ist die schönste Zeit im Jahr. Dass die fremden Länder allerdings auch Gefahren bergen, zeigen die folgenden Unglücksfälle:
- 1999 kehrte Olaf U. von der Elfenbeinküste nach Deutschland zurück, nicht ahnend, dass er den Keim einer gefährlichen Krankheit in sich trug. Erst einige Stunden nach der Ankunft auf dem Flughafen bekam er Fieber. Noch am selben Abend erfolgte die Einlieferung in die Klinik. Trotz intensiver Behandlung konnte er nicht mehr gerettet werden. Er starb sechs Tage nach seiner Rückkehr aus Afrika.
- Im Jahr 2000 stirbt eine 23-jährige deutsche Touristin an Lassa-Fieber.
- Während eines Kurzurlaubs in Westafrika infiziert sich ein Mann mit Malaria. In Deutschland kann sein Leben nach mehreren ärztlichen Fehldiagnosen nur mit knapper Not in einer Spezialklinik gerettet werden.
Die meisten Todesfälle unter Reisenden gehen auf Unfälle und Herzerkrankungen zurück. Infektionskrankheiten machen etwa 10 bis 25 Prozent aus. Dennoch sollte man Infektionskrankheiten nicht unterschätzen. So erkranken beispielsweise 2,4 Prozent aller ungeschützten Westafrika-Reisenden an einer Malaria, die unerkannt lebensbedrohlich ist.
Rechtzeitig an Impfungen denken
Nur wer die Gefahren kennt und Vorsorge betreibt, kann in ferne und sonnige Gefilde fliehen, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Bei der Planung von Fernreisen und bei der Impfberatung sollten Sie zum Beispiel auf folgende Erkrankungen achten:
- Malaria
- Hepatitis A und B
- FSME
- Tollwut
- Cholera
- Gelbfieber
- Typhus
- Dengue-Fieber
Nicht alle in fernen Reiseländern vorkommenden Erkrankungen können hier genannt werden, manche wie beispielsweise die Cholera sind für Kurzurlauber weniger ein Problem, andere treten eher sporadisch auf, wie hämorrhagische Fieber.
Durchfall inklusive?
Im Jahr 2000 flogen etwa 49 Millionen Deutsche ins Ausland, davon steuerten elf Millionen Urlaubsziele an, die in Gebieten mit erhöhten Gesundheitsrisiken lagen. Durchfall gehört zu den häufigsten Leiden. In Regionen wie Nord- und Zentraleuropa, Australien oder Neuseeland liegt es bei fünf bis acht Prozent. In Indien oder in afrikanischen Entwicklungsländern dagegen bei 50 Prozent. Das Risiko auf Null zu senken ist auf Fernreisen unmöglich. In Sachen Vorbeugung sollte man eine bekannte Regel beachten: Schäl es, brat es, koch es oder vergiss es. Wer also nur gut durchgegarte Speisen zu sich nimmt und rohe Salate oder Gemüse, rohe Eier sowie damit bereitete Speisen, rohen Fisch, rohe Muscheln und rohes Fleisch meidet, kann die Durchfallgefahr deutlich verringern.
Mineralwasser zum Zähneputzen
Durchfallkeime können außerdem in unverpacktem Speiseeis, in Produkten aus Garküchen am Straßenrand, in Wasser aus dem Wasserhahn, in Swimmingpools oder in Eiswürfeln lauern. Um den Durst zu löschen oder um sich die Zähne zu putzen, sollten Fernreisende am besten zu Mineralwasser greifen, das in Flaschen abgefüllt ist.
Was tun im Fall des Falls?
Die weitaus meisten Durchfallerkrankungen enden von selbst nach etwa vier Tagen enden. Allerdings müssen die Betroffenen viel trinken, zum Beispiel lauwarmen, gezuckerten Tee oder auch stille Mineralwässer. Salzstangen tragen dazu bei, verlorenes Salz zu ersetzen. Bananen sollen stopfen und helfen, Kaliumverluste auszugleichen. Niemals darf man den Durchfall durch völligen Verzicht auf Nahrung oder gar Flüssigkeit "aushungern", dies kann sogar lebensgefährlich sein. Wer sicherstellen möchte, einen Durchfall gut zu überstehen, sollte sich vor der Abreise in der Apotheke fertige Elektrolytmischungen besorgen, die bei Bedarf in Wasser aufgelöst werden.
Arzneimittel, die helfen
Außerdem bieten Apotheken Präparate, die den Hefepilz Saccharomyces boulardii enthalten, der das Durchfallrisiko und die Schwere eines Durchfalls mindert. Zur Selbstbehandlung wird zudem der Arzneistoff Loperamid eingesetzt, mit dem man den Darm nach den ersten Durchfallattacken ruhig stellen kann.
Risikogruppen
Bedenklich wird ein Durchfall immer dann, wenn er blutig ist oder zusammen mit Fieber auftritt. In diesen Fällen muss man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Außerdem gibt es Risikopatienten, die möglichst nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt in Gebiete fahren sollten, in denen die Erkrankungs- und speziell auch die Durchfallgefahr sehr groß ist. Dies sind unter anderem Menschen die
- gerade einen akuten Krankheitsschub haben oder dauerhaft schwer krank sind,
- unter einer deutlichen Einschränkung der Nierenfunktion leiden,
- eine chronische Darmerkrankung haben oder
- entwässernde Arzneimittel einnehmen müssen.
Sonnenbrand
Die Sonne gibt ein breites Spektrum an Lichtstrahlen ab. Die Strahlen werden in UV-A- und UV-B-Strahlen unterschieden. Dieser Lichtanteil erreicht uns nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei bedecktem Himmel. Die UV-A-Strahlen dringen bis ins Bindegewebe der Haut vor und richten dort irreversible Schäden an: Die Haut altert schneller und erschlafft. Die UV-B-Strahlen verursachen den Sonnenbrand und erhöhen somit das Hautkrebsrisiko. Im Winter ist die Haut besonders pigmentarm und daher sonnenbrandgefährdet. Sonnenschutzmittel helfen, Hautschäden zu vermeiden.
Hautsache Urlaub
Nicht nur der Sonnenbrand plagt viele Urlauber. Auch mit Knötchen, Pusteln oder Blasen vereitelt die Haut die Freude an den Ferien. Der Fachmann unterscheidet verschiedene Formen von Hautreaktionen und bietet gezielte Lösungen an. Bei der Mallorca-Akne verträgt die Haut keine Sonne im Zusammenhang mit fett- oder emulgatorhaltigen Kosmetika und Sonnenschutzmitteln. Es entstehen einzelne juckende Knötchen am Halsausschnitt, den Oberarmen und der Schulterregion, niemals aber im Gesicht. Der Hautausschlag tritt nicht auf, wenn man Fett und Emulgatoren auf der Haut vermeidet. Geeignete Sonnenschutzmittel tragen meist die Bezeichnung "Gel".
Polymorphe Lichtdermatose
Die Bezeichnung "polymorph" bedeutet vielgestaltig und charakterisiert damit treffsicher diese Hautkrankheit. Juckende Ausschläge treten besonders zu Beginn des Sommers auf, wenn die erste Sonne auf die noch blasse Haut trifft. Bläschen, Quaddeln und Knötchen an Dekolleté, Schultern und Oberarmen, seltener an Oberschenkeln oder im Gesicht, machen sich statt sportlicher Bräune breit. Auslöser: die UV-A-Strahlen des Sonnenlichtes.
So beugen Sie vor
Nehmen Sie schon einige Wochen vor den Ferien die Zellschutz-Vitamine Betacaroten, Vitamin C und E sowie Selen einnehmen. Die Vitamine C, E und das Spurenelement Selen fangen so genannte freie Radikale ab. Studien weisen Betacaroten eine gewisse vorbereitende Schutzwirkung nach. Das Sonnenschutzmittel kann es jedoch nicht ersetzen.
Photoallergische oder phototoxische Reaktionen
Innerlich eingenommene Medikamente oder Duftstoffe auf der Haut sensibilisieren die Haut für Sonneneinstrahlung. Achten Sie bei Arzneimitteln auf Hinweise in der Packungsbeilage. So können bestimmte Antibiotika beispielsweise bereits bei geringer Sonnenbestrahlung zu Sonnenbrand führen. Wer auf Duftstoffe allergisch reagiert, sollte auch bei der Wahl der Sonnenkosmetik auf das Fehlen derartiger Zusätze achten.
Herzpatienten vor Flugreisen zum Arzt
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor einer Flugreise ihren Arzt nach damit verbundenen Gesundheitsrisiken befragen. Immerhin kommt es im Flugzeug, zu einer ähnlichen Absenkung der Sauerstoffsättigung im Blut wie auf dem Gipfel eines 2 400 Meter hohen Berges. Für Patienten mit Herzschwäche, Thromboserisiken, starkem Bluthochdruck oder unmittelbar nach Herzoperationen kann das eine Gefahr bedeuten. Der Arzt kann in solchen Fällen feststellen, ob ein Flug möglich ist oder nicht,. Bei Bedarf empfiehlt er Maßnahmen, um Gesundheitsrisiken mindern. Jährlich sterben 2 500 Menschen weltweit an Bord eines Flugzeugs sterben, zu 75 Prozent wegen eines Herz-Kreislauf-Versagens bei bereits zuvor bestehenden Herz-Erkrankungen. Dagegen fordern Flugzeugabstürze "nur" etwa 1 000 Opfer pro Jahr.
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