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Bei Blasenschwäche die richtigen Produkte finden
Inkontinenz ist das Unvermögen, die Ausscheidung von Harn oder Kot bewusst zu kontrollieren. Dieses für viele Menschen peinliche Problem lässt sich teilweise medizinisch lösen. Doch auch wenn nicht, stehen heute gute Produkte für die diskrete Versorgung zur Verfügung.
Grundsätzlich kann man zwischen Einlagen, den so genannten "Vorlagen", Slips und Windelhosen wählen, die alle Einmalartikel zum Wegwerfen sind.
Vorlagen trägt man entweder in der gewohnten Unterwäsche oder in einer speziellen, mehrfach verwendbaren oder auch waschbaren Einlagenhose. Nachteilig ist, dass die Vorlagen verrutschen können. Wer sich noch gut bewegen kann, bevorzugt daher vielleicht lieber Slips, in die man wie in normale Unterwäsche hineinsteigt. Muss ein Pflegebedürftiger von Helfern oder Angehörigen versorgt werden, sind wahrscheinlich Windelhosen am praktischsten. Sie werden auf beiden Seiten mit einem Klebeband verschlossen und funktionieren wie Babywindeln.
Bei den Größen von Slips und Windeln orientieren sich die meisten Firmen am Hüftumfang. Vor der Beschaffung der Produkte empfiehlt es sich also, diesen auszumessen, um ihn bei Bedarf angeben zu können.
Wieviel ist viel?
Neben der Form der Versorgung muss auch über die notwendige Saugfähigkeit entschieden werden. Um aus den Angeboten das Richtige zu wählen, orientiert man sich zunächst an der Ausprägung der Inkontinenz. Bei Blasenschwäche unterscheidet man:
- Leichte Inkontinenz; Harnverlust 50 bis 100 ml in 4 Stunden;
- mittlere Inkontinenz; Harnverlust 100 bis 200 ml in 4 Stunden;
- schwere Inkontinenz; Harnverlust 200 und mehr ml in 4 Stunden. Viele Firmen zeigen die Saugfähigkeit auf ihren Produkten in Form von Tropfen an je mehr, umso intensiver.
Für Frauen gibt es auch spezielle Vaginaltampons, die durch ihren Druck auf den benachbarten Blasenverschluß helfen, den unfreiwilligen Harnabgang zu verringern.
Ein Wort zur Erstattung
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten Inkontinenz-Hilfsmittel nur, wenn
1. sie aufgrund von Hauterkrankungen wie Wundliegen oder Entzündungen eingesetzt werden,
2. bei schweren Behinderungen ohne ihre Verwendung Hauterkrankungen zu befürchten wären,
3. sie eingesetzt werden müssen, damit der Betroffene am sozialen Leben teilnehmen kann.
Für Patienten, die dauerhaft bettlägerig sind, gibt es keine Erstattung nach Punkt 3., da eine aktive Teilnahme am alltäglichen gesellschaftlichen Leben nicht mehr erfolgt.
Seit 1. Januar 2005 wird nur noch ein kleiner Teil der Kosten erstattet. Um diesen voll auszuschöpfen, gehört folgende beispielhafte Formulierung auf das Rezept:
"Inkontinenz-Windelhosen Größe 3" sowie die Diagnose als Verordnungsgrund.
Wichtig: Neben der Inkontinenz muss eine weitere Erkrankung wie zum Beispiel vorhandene Dermatose, beginnender Dekubitus oder Schlaganfall angegeben werden.
Wie man Bettlägerige versorgt
Eine saugfähige Unterlage wird zunächst längs zu einem Drittel eingeschlagen. Der Patient legt sich möglichst weit auf die Seite oder wird in diese Stellung gedreht. Man legt die Unterlage mit der Faltung gegen den Patienten, der sich dann darauf lagert und wieder auf die Seite dreht (gedreht wird). Nun kann die Unterlage glattgestrichen und der Patient wieder normal darauf gelagert werden.
Bei Windelhosen kommt es darauf an, wie beweglich der Kranke ist. Kann er die Hüften heben, geht man wie bei einem Baby vor: Unterschieben der Windel-Hinterseite, den Rest zwischen den Beinen durchziehen und die Windel seitlich mit den Klebestreifen schließen.
Unbewegliche Patienten lagert man seitwärts und schiebt die zum Drittel längs gefaltete Windel an sie heran. Dann lagert man sie auf den glatten Teil und anschließend seitwärts. So kann die Windel glattgestrichen und letztendlich wie gewohnt geschlossen werden.
Apothekerin
Andrea A. Lubliner
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