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Gähnen
Gähnen ist eigentlich eine ziemlich unspektakuläre alltägliche Sache: Besonders bei Müdigkeit oder Langeweile kommt es unwillkürlich. Zuerst ist es nur ein Gefühl, das tief hinten zwischen Rachen und Ohren zu sitzen scheint. Dann öffnet sich der Mund ein wenig, und die Lungen saugen Luft ein. Immer stärker weitet sich der Mund der Länge nach, die Augen schließen sich, und manchmal schießen dabei Tränen ein, weil die Gesichtsmuskeln beim Gähnen auf die Tränendrüsen drücken. Weiter kann man feststellen, dass die Herzfrequenz leicht ansteigt und sich kleine Blutgefäße verengen. Gähnen ist ein Reflex, das heißt, eine immer wieder auftretende gleiche Reaktion auf einen bestimmten Reiz. Was der Reiz ist und warum die Menschen gähnen, darüber sind sich die Wissenschaftler bislang nicht im Klaren. Lange Zeit galt das Gähnen unbestritten als ein Reflex auf einen Sauerstoffmangel im Blut, zum Beispiel bei Müdigkeit. Durch das tiefe Einatmen wird das Gehirn zwar tatsächlich besser durchblutet, doch amerikanische Forscher fanden unlängst heraus, dass auch bei einer sehr guten Sauerstoff-Versorgung des Blutes gegähnt wird. Außerdem steckt Gähnen an, was die Wissenschaftler zu der Vermutung führt, Gähnen habe eine zwischenmenschliche Funktion. So könnte es in einer Gruppe signalisieren: "Ich gehöre zu Euch" oder "Ich bin ausgeschlafen, mit mir müsst ihr rechnen".
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