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Mit kleinen Tricks gegen Grippe & Co.
Fast jeder hat sein spezielles Ritual oder Mittelchen, wenn eine Erkältung droht. Die Neue Apotheken Illustrierte verrät Ihnen, was davon tatsächlich wirkt und wie Sie mit bewährten Hausmitteln unangenehme Beschwerden lindern.
Ob nun eine einfache Erkältung oder eine richtige Grippe mit sehr hohem Fieber und einem schweren Krankheitsverlauf: In beiden Fällen hat das Immunsystem schlapp gemacht. Viren sind in unseren Körper eingedrungen und vermehren sich. Um die Eindringlinge herauszuschwemmen, produziert der Körper jede Menge Schleim und Speichel. Das ist zwar sinnvoll, wirkt sich aber auf unser Wohlbefinden äußerst unangenehm aus: Die verstopfte Nase raubt den Atem, Husten quält und der Kopf fühlt sich schwer an. Am besten greift man schon frühzeitig ein.
Achten Sie auf Warnsignale
Eine Virusinfektion kommt selten völlig unbemerkt. Meist gibt es schon ein paar Tage vorher einige Warnsignale, denen Sie unbedingt Beachtung schenken sollten. Zu diesen Warnsignalen zählt das Frieren. Wenn Sie trotz eines dicken Pullis und aufgedrehter Heizung kalte Finger und Füße haben, müssen Sie alles tun, um sich schnell aufzuheizen. Hier ein paar heiße Tipps:
- Ab in die Badewanne
Im warmen Wasser erweitern sich die Blutgefäße. Die Durchblutung der Haut und der inneren Organe verbessert sich. Am besten besorgen Sie sich in der Apotheke ein spezielles Erkältungsbad mit ätherischen Ölen. Atmen Sie den Dampf tief ein, das befreit die Atemwege. Oft hilft auch schon ein warmes Fußbad.
- Essen Sie Feuriges
Würzen Sie mit Chili, Paprika, Curry und Senf. Scharfe Gewürze enthalten einen Stoff, der die Speichelbildung anregt und die Blutgefäße weitet. Setzen Sie doch mal etwas Mexikanisches oder
Indisches auf den Speiseplan.
Bewegung tut gut
Jogging, Radfahren, Gymnastik Bewegung bringt Ihren Kreislauf wieder in Schwung. Aber überfordern Sie sich nicht!
- Trinken Sie viel
Zu dickes Blut kann in den kleinen Gefäßen der Hände und Füße nicht gut zirkulieren. "Verdünnen" Sie es also mit viel Mineralwasser und Kräutertee. Stellen Sie sich jeden Morgen zwei Liter Wasser bereit. Am Abend sollten Sie alles ausgetrunken haben.
- Hühnersuppe macht fit
Hühnersuppe wärmt nicht nur schön, sie stärkt auch noch die Abwehrkräfte. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, obwohl die Forscher noch nicht wissen, wodurch der Effekt zustande kommt.
Gut gemeinter Rat muss nicht immer richtig sein
Wer unter einer Erkältung leidet, kennt das: Freunde und Verwandte haben immer ein paar gut gemeinte Ratschläge parat. Leider befinden sich darunter nicht selten auch welche, die im besten Falle nicht wirken, hier drei Beispiele:
Mythos Nr. 1:
Alkohol desinfiziert
Das stimmt zwar, wenn man hochprozentigen Alkohol auf einen Lappen aufträgt und damit Flächen abwischt. Bei Erkältung innerlich genossen, wirken alkoholische Getränke aber eher schädlich: Alkohol schwächt die Abwehrkräfte und lässt die Schleimhäute austrocknen. Erkältungssymptome wie Halsschmerzen können sich hierdurch verschlimmern. Hinzu kommt, dass Alkohol eventuell Wechselwirkungen mit Medikamenten hat, die Sie gegen die Erkältung eingenommen haben.
Mythos Nr. 2:
Sauna wirkt Wunder
Regelmäßige Saunagänge stärken nachweislich die Immunabwehr. Ein blaues Wunder kann allerdings erleben, wer erkältet in den "Schwitzkasten" geht: Der Wechsel von Hitze und Kälte belastet den angegriffenen Körper zusätzlich und verschlimmert den Infekt.
Mythos Nr. 3:
Antibiotika helfen immer
Antibiotika wirken gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren, die grippale Infekte und die Grippe auslösen. Nur wenn zu einer Virus-Infektion eine bakterielle Infektion hinzukommt, können Antibiotika angezeigt sein.
Gutes für den Hals
Meist beginnt ein Infekt so: Der Rachen fühlt sich trocken an, und Sie haben Schluckbeschwerden. Warten Sie nicht, bis die Beschwerden sich verschlimmern, sondern zeigen sie ihnen sofort die rote Karte:
- Bereiten Sie sich einen Rachenputzer zu
Gurgeln massiert das Lymphgewebe des Rachens. Geeignete Lösungen sind Salbeitee (desinfiziert), aber auch Salzwasser und der Saft von Weißkohl.
- Lutschen Sie
Kräuterbonbons
Bonbons regen die Speichelproduktion im Mund- und Rachenraum an. Empfehlenswert: Salbei-, Thymian- und Honigbonbons.
- Machen Sie einen Halswickel
Ein feuchtes Tuch in kaltes Wasser tauchen, auswringen und dann um den Hals wickeln. Darüber kommt ein trockenes Tuch und abschließend ein Wollschal. Eine Stunde einwirken lassen, dann abnehmen und noch eine Weile den Wollschal tragen.
- Trinken Sie Heilkräutertee
Kamillentee wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und antibakteriell. Zwei Teelöffel Kamillenblüten in eine Tasse geben, mit kochend heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen. Mit etwas Honig schmeckt der Tee weniger bitter. Ebenso können Sie ein Getränk aus Lindenblüten zubereiten, die schweißtreibend wirken.
So wird die Nase wieder frei
Das Taschentuch ständig in der Hand, der Kopf fühlt sich schwer an und nachts kann man kaum durchschlafen bei einem Infekt macht uns der Schnupfen das Leben besonders schwer. Aber auch dagegen können Sie etwas tun:
- Duschen Sie Ihre Nase
Nicht von außen, sondern von innen mit einer so genannten Nasendusche. In diesen Behälter, den es in der Apotheke gibt, füllt man eine Kochsalzlösung ein, die die Nase durchspült. Dies befeuchtet die Schleimhaut, und sie schwillt ab. Wenden Sie die Nasendusche früh genug an, können Sie einen beginnenden Schnupfen oft noch aufhalten.
- Machen Sie Ihrer Nase Dampf - Dampf öffnet die Nase.
Gießen Sie heißes Wasser in eine Schüssel oder einen Inhalator (gibt es in der Apotheke) und träufeln Sie wenige Tropfen ätherisches Öl dazu, zum Beispiel Eukalyptusöl. Beugen Sie den Kopf über die Schüssel, decken Sie dabei die Schüssel und Ihre Nase mit einem Tuch ab und atmen Sie den Dampf zehn Minuten ein.
Den Husten lindern
Besonders quälend und erschöpfend ist der Husten, wenn der Schleim in den Bronchien festsitzt. Schleimlösende Mittel schaffen Abhilfe.
- Bereiten Sie einen Hustentee
Tees aus Huflattich oder Thymian verflüssigen den Bronchialschleim. Das Abhusten fällt nicht mehr so schwer.
- Machen Sie einen Brustwickel
Reiben Sie vor dem Schlafengehen die Brust mit ein paar Tropfen Menthol oder Eukalyptusöl ein und legen Sie ein angewärmtes Wolltuch darauf. Decken Sie sich gut zu. Das entspannt und beruhigt.
Fieber schonend senken
Fieber trägt zur Heilung bei, daher muss es nicht vollkommen unterdrückt, sondern sollte lediglich auf eine erträgliche Temperatur gesenkt werden. Ein altes, aber effektives Hausmittel sind Wadenwickel. Tauchen Sie dazu zwei Tücher in nicht zu kühles Wasser. Gut aus-wringen, um die Waden wickeln und trockene Tücher darüber ziehen. Nach 10 bis 20 Minuten wiederholen Sie den Vorgang, bis das Fieber unter 38,5 Grad Celsius liegt.
Wenn das Fieber die 40 Grad Celsius Marke ansteuert beziehungsweise übersteigt, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Claudia Nöllke
Homöopathischer Tipp
Bei den ersten Erkältungssymptomen (Niesen, Kratzen im Hals, Frösteln) alle 30 Minuten drei Tropfen oder Kügelchen Camphora D3. Wenn die Erkältung voranschreitet, fünfmal täglich fünf Tropfen Belladonna D4.
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