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Lust und Frust mit den Hormonen

Weil weibliche Geschlechtshormone so viel mehr regeln als die monatliche Regel, machen sie Frauen anfällig, zum Beispiel für Stimmungsschwankungen und Unterleibsschmerzen rund um die Periode sowie für Hitzewallungen während der Wechseljahre. In der Apotheke gibt es jedoch einiges, das in solchen Zeiten helfen kann.

Von wegen weiblich und weinerlich: Das prämenstruelle Syndrom (PMS) ist nachweislich die Folge von allmonatlichen hormonellen Verschiebungen. PMS-Beschwerden treten nach dem Eisprung auf und dauern bis zur Blutung an. Mehr als 150 Symptome werden mit dem PMS in Zusammenhang gebracht: vor allem Wassereinlagerungen (dadurch Gewichtszunahme um bis zu vier Kilo), schmerzempfindliche Brüste und Kopfschmerzen, aber auch Reizbarkeit, Depressionen und Übersensibilität.

Die Vielfalt der Symptome spricht für mehr als einen einzigen Auslöser. Relativ sicher ist, dass dem Milchbildungshormon Prolaktin eine besondere Rolle zukommt, denn zu hohe Prolaktinspiegel beeinflussen das Zusammenspiel der weiblichen Hormone ungünstig. Ganz neue Erkenntnisse zeigen, dass das PMS auf einer Allergie gegen Östrogen und Progesteron beruhen könnte.

In der Selbstmedikation empfehlen sich vor allem pflanzliche Arzneimittel aus der Apotheke, allen voran solche mit Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, oder mit Traubensilberkerze. Beide gehören zu den am besten erforschten Heilpflanzen überhaupt und bringen das in Schieflage geratene Hormonsystem wieder ins Lot. Dazu hemmt Mönchspfeffer die Prolaktinproduktion, und die Traubensilberkerze blockiert im Körper Östrogen-Kontaktstellen, so dass die weiblichen Hormone ihre Wirkung nicht ausspielen können.

Wichtig: Die Wirksamkeit wird sich nicht von heute auf morgen einstellen, sondern erst nach vier bis acht Wochen. Hält eine deutliche Besserung drei Monate an, kann Keuschlamm abgesetzt werden. Achtung: Bei Spannungs- und Schwellungsgefühl in der Brust sowie bei Störungen der Regelblutung ist der Besuch beim Gynäkologen unumgänglich.

In der Regel verkrampft

Untersuchungen besagen, dass rund die Hälfte der Frauen unter Schmerzen (Dysmenorrhoe) kurz vor oder an den ersten Tagen ihrer Periodenblutung leiden. Ziehende, krampfartige Schmerzen sowie ein Spannungsgefühl im Unterbauch, aber auch Kreuz- oder Kopfschmerzen machen regelmäßig ein paar Tage im Monat beschwerlich. Wichtig: Wer Monat für Monat heftige Unterleibskrämpfe oder ungewöhnlich starke Blutungen hat, muss vom Arzt die organischen Ursachen abklären lassen. Erst dann ist eine Selbstbehandlung angebracht.

Die Wogen glätten

Auch bei Regelschmerzen helfen Extrakte der Traubensilberkerze und des Mönchspfeffers, um die Wogen des Hormonchaos zu glätten. Wer mit chemisch-synthetischen Arzneistoffen etwas gegen seine Schmerzen tun möchte, dem helfen Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Bei starken Krämpfen bringt Butylscopolamin die Lösung.

Das durchschnittliche Menopausenalter, also der Zeitpunkt der letzten Menstruation, beträgt in Mitteleuropa rund 52 Jahre. Zwei Drittel der Frauen spüren deutlich, dass sie in den Wechseljahren sind. Hitzewallungen, Herzrythmusstörungen, depressive Verstimmungen, Angstgefühle oder eine übermäßige Reizbarkeit machen vielen Frauen einen Strich durchs Wohlbefinden. Bei leichteren Beschwerden sind pflanzliche Extrakte der Traubensilberkerze oder des Mönchspfeffers einen Versuch wert. Die Nahrung sollte reich an essenziellen Fettsäuren, Vitamin-B-Komplexen, Folsäure, Spurenelementen und Vitaminen sein.

Apothekerin Elke Wolf




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