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| 31.07.2010, 4:28 | |||||||||||||||
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| Wie Lernen und Gedächtnis funktionieren "Also lautet der Beschluß, daß der Mensch was lernen muß. Nicht allein das Abc Bringt den Menschen in die Höh’; Nicht allein in Schreiben, Lesen Übt sich ein vernünftig Wesen; Nicht allein in Rechnungssachen Soll der Mensch sich Mühe machen, Sondern auch der Weisheit Lehren Muß man mit Vergnügen hören. Daß dies mit Verstand geschah, War der Lehrer Lämpel da." In seiner Einleitung zum vierten Streich von Max und Moritz hat Wilhelm Busch das Leid zahlloser Schülergenerationen auf den Punkt gebracht lernen, lernen und nochmals lernen. Und es trifft heutzutage beileibe nicht mehr nur Schüler, lautet doch das Credo moderner westlicher Gesellschaften, lebenslang lernfähig zu bleiben. Was beim Lernen im Gehirn passiert, lesen Sie in diesem Teil der Serie "Das Gehirn". Leichter geht’s mit Eselsbrücken Wer trockene Fakten lernen muss, versucht sie ganz unwillkürlich mit etwas leicht Erinnerbarem zu verbinden man baut sich Eselsbrücken. Dabei wird die unterschiedliche Art und Weise beider Großhirnhälften genutzt, Information zu verarbeiten. Rechts erfasst man in der Regel leichter Bilder, Musik und ganzheitliche Zusammenhänge, links eher Zahlen, logische Zusammenhänge und Sprache. Beide Großhirnhälften sind über zahllose Fasern verbunden, so dass sie stets Hand in Hand arbeiten. Dreizack, Kleeblatt, Hand Eselsbrücken können ganz unterschiedlich aussehen. Der Gedächtniskünstler Klaus Kolb prägt sich beispielsweise zu jeder Ziffer ein passendes Objekt ein: zur Drei einen Dreizack, zur Vier ein Kleeblatt, zur Fünf eine Hand oder zur Sechs einen Elefanten. Um nun zum Beispiel eine Kreditkarten-Geheimnummer wie die 5346 zu lernen, macht er aus den Symbolen eine leicht zu merkende Geschichte: "Mit beiden Händen (fünf) greife ich nach einem Dreizack (drei), spieße damit Kleeblätter (vier) auf und geben sie einem Elefanten (sechs) zu fressen." Verschiedene Lerntypen Das Gehirn speichert Eindrücke auf vielen Ebenen. Das Gedächtnis besteht daher aus Bildern, Worten, Klängen, Gerüchen, Gefühlen oder Symbolen. Doch nicht alle diese Ebenen werden beim Lernen immer in gleicher Weise genutzt. Viele Menschen bevorzugen eine bestimmte Art der Informationsaufnahme: Der auditive Typ etwa kann sich eine Formel oder Begriffe durch bloßes Hören am besten merken. Andere müssen sich eine Formel genau herleiten, sie brauchen Beweise. Visuelle Typen lernen am besten mit Schaubildern und Graphiken. Jeder muss für sich herausfinden, auf welche Weise er am besten Informationen aufnimmt. Immer wieder kleine Häppchen Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich die Informationshappen nicht zu groß macht. Zudem müssen Dinge, die man sich genau einprägen will, häufig wiederholt werden. Das kennt man vom Gedichte- oder Vokabellernen noch allzu gut. Auch lernt man oft besser, wenn man sich den Stoff selbst aufschreibt, ihn dabei systematisch strukturiert und wichtige Merksätze besonders hervorhebt. Sehr ineffektiv verläuft das Lernen unter starkem Stress. Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis Das Gedächtnis bildet die Grundlage des Lernens. Es gliedert sich grob in einen Teil, der kurzzeitig Information speichert, etwa für einige Sekunden bis Minuten, sowie in einen Speicher, der Informationen sehr lange bewahrt. Letzterer verliert seine Inhalte selbst dann nicht mehr, wenn das Gehirn zeitweise völlig inaktiv war, etwa nach einer tiefen Narkose. Das Kurzzeitgedächtnis ist unter solchen Bedingungen gelöscht, zudem auch Informationen, die noch nicht fest im Langzeitgedächtnis verankert waren. Das Langzeitgedächtnis bleibt bis ins hohe Alter oft erstaunlich gut erhalten, während das Kurzzeitgedächtnis deutlich stärker nachlässt. Übungen vom Experten Um das Gedächtnis und die Konzentration zu trainieren, empfiehlt Klaus Kolb einfache Übungen im Alltag. So kann man versuchen, sich regelmäßig Zeitungsschlagzeilen oder die Kleidung zufällig vorbeikommender Passanten zu merken. Auch das Nachrechnen von Kassenzetteln ist eine gute Übung. Erkrankungen des Gehirns Wie wichtig das Gedächtnis aber nicht nur zum Lernen sondern für die ganze Persönlichkeit ist, zeigen Hirnerkrankungen, die es ganz oder teilweise auslöschen. Dies geschieht, wenn sie auf die zur Gedächtnisbildung wichtigen Teile des Gehirns, also auf das limbische System oder die Langzeitspeicher in der Großhirnrinde übergreifen. Wie ein US-Präsident zwanzig Jahre im Amt blieb Wie sich Störungen der Gedächtnisbildung auswirken, schilderte der amerikanische Nervenarzt Dr. Oliver Sacks am Beispiel eines von ihm behandelten Seemanns. Zum Zeitpunkt seiner Untersuchung beharrte der darauf, dass der US-Präsident von vor zwanzig Jahren noch im Amt sei, was in keiner Weise zutraf. Zudem wunderte er sich, wenn ihn sein Bruder besuchte, stets aufs neue darüber, wie sehr dieser innerhalb kurzer Zeit doch gealtert sei. Immer wieder vergaß er die vielen seit Beginn seiner Gedächtnisstörung vergangenen Jahre. Doch obwohl er völlig außerstande war, neue Informationen zu speichern, konnte er noch auf alte Gedächtnisinhalte wie das jugendliche Aussehen seines Bruders zurückgreifen. Alkohol Feind des Gehirns Verursacht wurde die Störung in diesem Fall durch starken Alkoholmissbrauch, der einen Teil des limbischen Systems zerstört hatte. Der Seemann lebte nur noch in der Vergangenheit, dennoch blieb ihm seine Persönlichkeit erhalten. Und er konnte nach wie vor seine körperliche Geschicklichkeit verbessern, da solche Lernvorgänge über andere Wege laufen als die Speicherung von einzelnen Ereignissen und Informationen. Zerstörte Nervenzellen bei Alzheimer Ein viel weitergehender Schaden für die Persönlichkeit entsteht durch Morbus Alzheimer. Es kommt zu einer langsamen Zerstörung von Nervenzellen und damit der Langzeitspeicher des Gehirns. Die Betroffenen verlieren dadurch nicht nur den Kontakt zur Gegenwart, sondern auch den zu ihrer Vergangenheit, also nahezu alles, was ihre Persönlichkeit ausmacht. Eine Heilung ist bisher nicht möglich. Medikamente, mit denen der Krankheitsverlauf gebremst werden kann, verhindern den Abbau des Nervenbotenstoffes Acetylcholin, wirken an bestimmten Kanälen in Nervenzellen oder an Andockstellen für bestimmte Botenstoffe. Den "Denkmuskel" muss man trainieren Sowohl für Patienten mit Alzheimer als auch für alle gesunden Menschen gilt, dass geistige Fähigkeiten durch Training länger erhalten bleiben. Und so sollte man seine Hobbys pflegen, gesellig, gesprächig und wissbegierig bleiben, lesen sowie durch Reisen immer neue Eindrücke sammeln so lange es nur eben geht. Mehr dazu: Deutschlands innovativer Lerntechnik-/GedächtnisTrainer: www.gedaechtnistraining.biz. |
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