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Sodbrennen
Laut Umfragen leidet rund ein Viertel der europäischen Bevölkerung unter Sodbrennen. In Deutschland sind rund 16 Millionen Menschen betroffen. Bei etwa 10 Prozent kommt es zu einer Entzündung der Speiseröhre, verursacht durch die zurückfließende Magensäure mit ihren aggressiven Gallensäuren. Wiederum bei 10 Prozent dieser Menschen ergeben sich Komplikationen, und jeder Zehnte davon entwickelt ein Geschwür.
Beschwerden können chronisch werden
Die Auslöser: Stress, Ernährung und Genussmittel. Ein Zuviel an einem oder auch allen drei Faktoren führen zu einem Säureüberschuss im Magen. Wer regelmäßig über sein normales Hungermaß hinaus und häufig auch noch Fettes und Schwerverdauliches isst, der läuft Gefahr, dass die bislang nur sporadisch aufgetretenen Verdauungsbeschwerden chronisch werden. Gleiches droht denen, für die Bier und Zigaretten nicht Genuss, sondern Gewohnheit sind, und die sich ständig körperlichem und geistigem Stress aussetzen. Denn die Salzsäure im Magen, die natürlicherweise als unverzichtbares Glied in der Verdauungskette fungiert, wird im Überschuss zum aggressiven Angreifer auf die Magenschleimhaut und verursacht Entzündungen oder gar Geschwüre.
Öfter weniger essen
Vorbeugen und Handeln sind also angesagt. Auch wer nicht ab sofort seine Ernährung komplett umkrempeln kann und will, sollte zumindest darauf achten, nicht all zu oft über seinen Sättigungspunkt hinauszuessen. Lieber öfter mal kleine, leicht verdauliche Portionen zu sich nehmen statt zwei oder drei üppige Mahlzeiten pro Tag und außerdem den Genussmittel-Konsum auf ein möglichst niedriges Maß herunterschrauben.
Mittel der Wahl
Wer dennoch über die Strenge schlägt, dem können als Retter in der Not spezielle Arzneimittel helfen. Antazida gelten als Mittel der Wahl, wenn es um die Behandlung von Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Schmerzen im Oberbauch oder Völlegefühl geht. Bleiben die Beschwerden dennoch bestehen oder sind sie bereits chronisch, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, raten beide Experten.
Gegebenenfalls Antibiotika gegen das Brennen
Wenn nämlich Bakterien die Ursache des ständigen Magenbrennens sind, reicht eine rezeptpflichtige Antibiotika-Behandlung inklusive einem Magensäurehemmer über wenige Tage, und das Sodbrennen hat ein Ende. Andernfalls verordnet der Arzt Arzneimittel, die die Säure blockieren. So genannte H2-Blocker gibt es seit einiger Zeit in begrenzter Dosierung auch ohne Rezept für den Fall, dass Antacida nicht dauerhaft genug wirken. Und sogar Kombinationen daraus hält die Apotheke für den rezeptfreien Verkauf bereit.
Studien zum Thema
Das als Antazidum eingesetzte Arzneistoff Hydrotalcid soll durch spezielle chemische Strukturen dafür sorgen, dass aggressive Gallensäuren gebunden werden. Außerdem aktiviert Hydrotalcid nach neueren Untersuchungen bestimmte Enzyme, die die so genannten Prostaglandine herstellen. Diese Substanzen schützen die Magenschleimhautzellen vor schädigenden Einflüssen. Sogar gegen den Magenkeim Helicobacter pylori soll der Wirkstoff helfen.
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