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31.07.2010, 4:46


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Die besten Tipps gegen Erkältung

Ein leichtes Kratzen im Rachen zeigt es meistens schon an: Erkältungsviren haben zugeschlagen. Neben Schal, Mütze und warmen Decken helfen bewährte Hausmittel sowie Arzneien aus der Apotheke: ein Glas Zitronensaft, Heiltees und abschwellende Nasensprays zum Beispiel.

Mit einem warmen Schal um den Hals liegt Walter S. unter einer kuscheligen Decke auf dem Sofa. Das digitale Fieberthermometer in greifbarer Nähe, ein Glas heiße Zitrone in der Hand, leidet er still vor sich hin. "Den warmen Schal hättest Du gestern anziehen sollen, als Du mit dem Hund draußen warst", meint seine Frau ohne Mitleid. "Dann hättest Du die Erkältung gar nicht erst bekommen." Ihr zu widersprechen, fällt ihm diesmal schwer. Nicht, weil sie vielleicht recht haben könnte. Ihn plagen die ersten Anzeichen einer Erkältung: Halsschmerzen. "Und die Zitrone solltest Du besser kalt trinken", rät sie ihm. »Denn Vitamin C ist hitzeempfindlich." Walter S. verzieht das Gesicht. Doch seine Frau lächelt schon wieder. "Ich mache Dir erst mal einen schönen Tee", sagt sie. "Und dann schaue ich in der Hausapotheke nach."

Vorbeugen durch Händewaschen

In der nasskalten Jahreszeit liegen Erkältungen buchstäblich in der Luft. Über zweihundert Arten von Erkältungsviren kommen als Auslöser in Frage, erläuterte Apothekerin Dr. Birgit Merk, München, auf einer internationalen Fortbildungsveranstaltung für Apotheker. Sie schweben in winzigen Flüssigkeitsteilchen durch den Raum, sitzen auf Geldscheinen und Türgriffen oder werden per Händedruck weitergegeben. Wer sich in dieser Zeit häufig die Hände wäscht, kann bereits die Gefahr vermindern, Schnupfenviren in die Nähe seiner Nase zu bringen oder sie an einen bedauernswerten Mitmenschen weiterzureichen. Haben die unliebsamen Untermieter erst einmal die menschlichen Atemwege erreicht, finden sie zumeist beste Bedingungen vor, um sich zu vermehren: angenehme Temperaturen und einen geeigneten Nährboden. Eine Impfung wie gegen die Grippe gibt es gegen Erkältungsviren nicht, dazu sind es zu viele verschiedene Arten. Zudem verändern sie ständig ihre Eigenschaften, anhand derer die spezifische Abwehr sie erkennen könnte. Ist die Abwehr gegen einen bestimmten Erregerstamm mobilisiert, kommt garantiert ein anderer daher – von der spezifischen Abwehr unerkannt. Umso wichtiger ist es, das zweite Standbein der Abwehr zu stärken, das unspezifische Immunsystem. Das geht unter anderem durch gesundes Essen und Bewegung an der frischen Luft. Mit warmer Kleidung können einem Wind und Wetter nichts anhaben.

Gegen den Frosch im Hals

Trotz der großen Zahl der möglichen Erreger läuft eine Infektion mit Erkältungsviren in den meisten Fällen nach einem ähnlichen Schema ab. Häufig machen ein Kratzen im Rachenbereich oder Halsschmerzen den Anfang, erklärte Apothekerin Merk. Gurgellösungen, Sprays oder Lutschtabletten mit örtlich betäubenden Substanzen, zum Beispiel mit Benzocain, Lidocain oder Ambroxol können die Beschwerden lindern. Fusafungin als Spray für Rachen und Nase lindert die Entzündung und wirkt einer Besiedelung durch Bakterien entgegen.

Auch Pflanzenauszüge und ätherische Öle finden Verwendung. Vor allem die Inhaltsstoffe aus Salbeiblättern, Rathaniawurzel, Myrrhe, Kamillenblüten, Isländischem Moos und Thymiankraut beruhigen die gereizten Schleimhäute. Unterstützend empfahl die Expertin, die Atemluft zu befeuchten. Am einfachsten geht dies, indem man ein feuchtes Tuch auf den warmen Heizkörper legt oder eine Schüssel mit Wasser auf die Heizung stellt. Auch warme Halswickel, heiße Getränke und Dampfinhalationen tun bei Halsweh gut.

Auch die Nase wehrt sich gegen die Viren. Anfangs zeigt sich meist ein Fließschnupfen. Doch häufig dickt das Sekret nach wenigen Tagen ein. Zusätzlich schwellen die Schleimhäute an. Das Atmen durch die Nase fällt zunehmend schwerer oder wird ganz unmöglich. Abschwellende Arzneimittel machen die Nase wieder frei. Nicht nur die Atemluft kann wieder strömen. Auch das Sekret kann besser abfließen, die Nasennebenhöhlen werden wieder belüftet, und die Verbindung zum Gehör wird wieder frei. Bei den Nasenpräparaten riet Merk zu den hygienischeren Dosiersprays. Denn Pipetten oder Quetschsprühflaschen können beim Gebrauch Krankheitskeime einziehen, wenn man sie nach der Anwendung nicht zusammengedrückt aus der Nase zieht. Und die Keime tropft oder sprüht man sich beim nächsten Gebrauch wieder in die Nase. Selbstverständlich: Die Reste vom letzten Infekt sollte man auf keinen Fall aufheben und weiterverwenden, betonte die Expertin. Zusätzlich können Dampfinhalationen oder Spülungen mit speziellen Solelösungen aus der Apotheke die Nase von verstopfendem Sekret befreien.

Ein Erkältungsbad mit ätherischen Ölen wärmt und bringt die Durchblutung in Gang. Doch Vorsicht: Bei Fieber lieber nicht in die Wanne. Denn das könnte den Kreislauf zu stark belasten. Dann lieber gleich unter die warme Decke. Spezielle Erkältungssalben auf Brust oder Rücken gerieben, ermöglichen eine bessere Atmung während der Nacht. Für Kinder gibt es Salben ohne Menthol und Kampfer. Sie enthalten milderes Eukalyptus- oder Kiefernnadelöl.

Husten verändert sich nach einigen Tagen

"Am Anfang steht meistens ein trockener Reizhusten im Vordergrund", erklärte Apothekerin Merk. "Doch nach etwa fünf Tagen setzt zusätzlich eine Schleimbildung ein." Für beide Hustenarten eignen sich unterschiedliche Arzneimittel. Einen quälenden Reizhusten stillen Säfte, Pastillen oder Lutschtabletten beispielsweise mit Pentoxyverin, Dextromethorphan oder Dropropizin. Auch Pflanzenextrakte können Hustenreiz lindern, zum Beispiel aus Eibischwurzel, Sonnentaukraut oder Spitzwegerichkraut. Auch Lutschpastillen mit Isländischem Moos oder Sole bringen sanfte Linderung.

Bei beginnender Schleimproduktion empfehle sich hingegen die Gabe eines Arzneimittels, das das Abhusten erleichtert, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Ambroxol oder Acetylcystein, so die Expertin. Auch hier haben sich pflanzliche Arzneimittel bewährt, zum Beispiel mit Auszügen aus Efeu, Primel oder Süßholz. Ätherische Öle, die aromatischen Bestandteile vieler Arzneipflanzen, helfen ebenfalls, den unangenehmen Schleim wieder loszuwerden. Besonders bewährt haben sich Auszüge aus Thymian, Eukalyptus, Pfefferminze oder Anis.

Walter S. fühlt sich schon bald wieder besser. Er weiß: Wenn er sich ein wenig Ruhe gönnt, gibt er seinem Körper Zeit, die unliebsamen Krankheitserreger zu bekämpfen. Die unangenehmsten Krankheitszeichen hat er gezielt gelindert. "Meine beste Therapie ist jedoch, wenn Du mich verwöhnst", lächelt er seine Frau an.

Apothekerin Maria Pues


BuchtippLese-Tipp

Hausmittel & Tees unter der Lupe

Gerade gegen Erkältungsbeschwerden gibt es viele bewährte Hausmittel und Tees. Wann sich welche dieser Mittel eignen, beschreiben in einem umfassenden Ratgeber die Apothekerinnen Christina Brunner und Claudia Timmermann. Das Buch ist in Apotheken zu kaufen oder zu bestellen.

Christina Brunner, Claudia Timmermann:
Hausmittel & Tees unter der Lupe, Govi-Verlag, 96 Seiten, 9,90 € (D),
ISBN: 3-7741-0911-7, PZN: 2064085



04/09



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