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31.07.2010, 4:28


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Die Haut


Die Haut eines Menschen hat eine durchschnittliche Fläche von zwei Quadratmetern. Damit ist sie das größte Organ des Körpers. Rund um die Uhr ist sie aktiv: Sie schützt, speichert, verstoffwechselt und fühlt gleichzeitig. Als hoch sensibles Sinnesorgan funktioniert sie ähnlich einem Datenübertragungssystem: Mittels 50 bis 200 Schmerzpunkten und 25 Tastsinneszellen pro Quadratzentimeter sowie 30 000 Wärme- und 300 000 Kälterezeptoren nimmt die Haut Informationen aus der Umwelt auf. Anschließend leitet sie diese über ein unüberschaubares Netzwerk aus Nervenbahnen an das Gehirn weiter.

Austauschmedium und Speicherorgan

Daneben agiert die Haut als Austauschmedium. So nimmt sie zum Beispiel Fett auf, schleust Arzneistoffe in den Körper und scheidet wiederum Wasser, Salze und andere Stoffwechsel-Endprodukte aus. Zusätzlich speichert das vier bis zehn Kilo schwere Organ erhebliche Mengen Fett, Wasser und Mineralsalze, die es dem Organismus bei Bedarf zur Verfügung stellt. Das Fettdepot schützt zudem wie eine Isolierschicht vor Kälte und puffert mechanische Stöße ab. Doch damit nicht genug: Die intakte Haut verwehrt Krankheitserregern den Eintritt, schützt vor Sonneneinstrahlung, Überhitzung und verhindert bis zu einem gewissen Maß, dass der Körper austrocknet.

Schicht für Schicht Haut

Genau drei Schichten sorgen für das reibungslose Funktionieren der lebendigen Körperverpackung: Die Oberhaut, auch Epidermis genannt, bildet die Grenze nach außen und ist in erster Linie für den Schutz zuständig. Ihre verhornenden Zellen erneuern sich alle 28 Tage. Nach dieser Zeit haben die obersten Hornschuppen ausgedient und werden abgestoßen.
Darunter liegt die Lederhaut, die aus Bindegewebe und elastischen Fasern besteht. Hier stehen die Sinneszellen auf Empfang, versorgen kleine Blutgefäße die Haut mit Nährstoffen und arbeiten Talg- und Schweißdrüsen auf Hochtouren. Letztere sorgen von hier aus für einen regelmäßigen Nachschub an Fett und Feuchthaltefaktoren und deren Transport zur Oberfläche der Epidermis. Das Fett bildet dort einen dünnen Film, um die Haut geschmeidig zu halten und vor übermäßigem Flüssigkeitsverlust zu schützen.
Als tiefste Hautschicht schließt sich die Unterhaut an, die vor allem die isolierenden Fettpolster beherbergt.

Ganz gesunde Haut – für viele ein Traum

Bei so vielen hoch spezialisierten Funktionen liegt es auf der Hand, dass sich der eine oder andere Fehler einschleicht. Unzählige Einflüsse wirken auf das komplizierte Hautgeschehen und können es aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge: Die Haut erkrankt.

Meist quält der Juckreiz

In Deutschland leiden weit mehr als 10 Millionen Menschen unter Hautkrankheiten. Viele trifft es bereits in der Kindheit, bei manchen verändert sich die Haut erst im Erwachsenenalter. Neben typischen Krankheitssymptomen wie extremer Schuppung bei Schuppenflechte, geröteter Haut und nässenden Ekzemen bei Neurodermitis oder Quaddeln bei Nesselsucht geht die Mehrzahl der Hauterkrankungen mit Juckreiz einher.

Schuppenflechte und Neurodermitis: Ursachen unbekannt

Wer von einer chronischen Hautkrankheit betroffen ist, weiß, dass die reine Symptombekämpfung häufig nur kurzzeitig Linderung und somit auch nur begrenzt Zufriedenheit schafft. Die Frage nach den Ursachen drängt sich auf. Doch zumindest für Krankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis gilt, dass die Wissenschaft vorerst noch genaue Antworten darauf schuldig bleibt. Eines ist aber sicher: Die Gene spielen bei beiden Erkrankungen eine große Rolle. Immerhin bekommt im Durchschnitt jedes fünfte Kind eine Schuppenflechte, wenn ein Elternteil betroffen ist. Leiden beide Eltern daran, steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit für das Kind auf 60 bis 70 Prozent! Bei Neurodermitis liegen die Daten ähnlich.

Das A & O: die Hautpflege

Für beide Krankheiten gilt: Die Haut braucht Fett und Feuchtigkeit. Beides erhält sie durch stark rückfettende Pflegeprodukte, zum Beispiel Ölbäder, beziehungsweise Präparate, die Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff enthalten. Kortison-haltige Cremes oder Salben lindern die schlimmsten Entzündungssymptome. Seifen, Schaumbäder und alle anderen Kosmetikprodukte, die die Haut entfetten, sind tabu!

Kontaktallergie und Nesselsucht

Zu weiteren Hauterkrankungen, die mit Ekzemen oder Ausschlägen einhergehen, gehören die Kontaktallergie und die Nesselsucht (Urtikaria). Die Ursache für ein Kontaktekzem lässt sich meist schnell finden, denn die Hautreaktion tritt beim direkten Kontakt zwischen Haut und dem Allergie auslösenden Stoff, zum Beispiel Metallen, Reinigungs- oder Lösungsmitteln, auf. Wesentlich mühseliger ist die Fahndung nach den auslösenden Faktoren der Nesselsucht. Bei der einmalig oder auch chronisch auftretenden Erkrankung kann der Organismus sowohl auf Nahrungsmittel, Gewürze, Farb- und Konservierungsstoffe als auch auf Pollen, Tierhaare oder Medikamente allergisch reagieren.

Akne: Durcheinander im Hormonsystem

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Spurensuche nach den Auslösern der Akne. Man weiß heute zwar, dass ein Durcheinander im Hormonsystem die Talgproduktion überschießen lässt und auch psychischer Stress einen Großteil zu Pickeln und Mitessern beiträgt. Inwieweit beide Faktoren aber einander bedingen und welche Rolle zusätzlich die Erbmasse spielt, ist noch ungewiss. Wer zu Akne neigt, sollte bei der Wahl seiner Kosmetika die Finger von rückfettenden Präparaten lassen. Auch bestimmte Zusätze wie Konservierungsmittel, Farb- oder Duftstoffe können die Aknehaut reizen. Apotheken bieten in ihrem Sortiment spezielle Pflegeprodukte an. Fragen Sie danach!

Mekka für Pilze und Viren

Auslöser von Hautinfektionen wie Pilze oder Herpesviren kennt man hingegen bereits gut. Ein Schwimmbad- oder Saunabesuch reicht oft schon, um sich mit einem Hautpilz zu infizieren. Und es dauert nicht lange, bis sich die Haut – meist zwischen den Zehen – entzündet. Häufig eine juckende, brennende und schuppende Angelegenheit.

Hygiene beugt Pilzen vor

Gegen Pilzinfektionen helfen Arzneimittel in Form von Salben, Cremes, Puder oder Sprays mit Wirkstoffen, die den Pilz abtöten. Nagelpilze kann man mit speziellen Nagellacken behandeln. Während der Erkrankung sollte man auf besondere Hygiene achten. Dazu gehören: Füße und Zehenzwischenräume nach dem Waschen gut abtrocknen sowie täglich Handtücher und Socken wechseln.


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