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09.09.2010, 21:58


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Helicobacter pylori, der Magenkeim


Eine Infektion mit Helicobacter pylori ist die zweithäufigste Infektionskrankheit nach der Karies, betonen Experten. Symptome wie Aufstoßen, Völlegefühl, Schmerzen oder Brechreiz verraten, dass der Magenkeim im Körper in Form einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) sein Unwesen treibt.

Helicobachter pylori fördert Krebs

Die Gastritis ist häufig Ausgangspunkt vieler weiterer Erkrankungen. Besonders dann, wenn Faktoren wie genetische Veranlagung, Rauchen oder bestimmte Medikamente hinzukommen. Etwa 95 Prozent aller Zwölffingerdarm- sowie 70 bis 80 Prozent aller Magengeschwüre sind Helicobacter pylori (H. pylori) zuzuschreiben. Er steht auch in Verdacht, bösartige Erkrankungen wie Magenkrebs zu begünstigen oder gar auszulösen. Doch nicht jeder H.-pylori-Träger bekommt Geschwüre, aber das Risiko dafür ist erhöht.

Folgende Beschwerden deuten auf das Wirken von H. pylori hin:
  • Schmerzen oder Druck im Oberbauch
  • ständiges Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
  • Nüchternschmerz: Die Beschwerden lassen während oder nach einer Mahlzeit kurzzeitig nach.
  • Schmerzen in der Nacht, die einen aufwachen lassen
  • Blutarmut und schwarzer Stuhl


Diagnose ist heute Routine

H. pylori wird meist schon in der Kindheit von Mensch zu Mensch übertragen. Die Gefahr, dass eine infizierte Person im Erwachsenenalter eine andere ansteckt, ist allerdings sehr gering. H. pylori im Magen aufzuspüren, ist heute Routine. Die sicherste Untersuchungsmethode ist die Magenspiegelung. Aber auch andere Methoden wie der Atem-, Stuhl- oder Bluttest überführen den Keim recht zuverlässig.

H. pylori den Garaus machen

Ist der Keim entdeckt, lässt er sich mit Hilfe einer 7-Tage-Kombinationstherapie, die aus drei Arzneimitteln besteht, vertreiben. Dabei werden ein Magensäurehemmer (z.B. Pantoprazol) und zwei Antibiotika (z.B. Amoxicillin und Clarithromycin) gegeben. Bereits zwei bis drei Tage nach der Tabletteneinnahme bessern sich die Beschwerden, weil der Magensäurehemmer die Säureproduktion im Magen behindert und so die lädierte Magenschleimhaut vor weiteren Attacken schützt. Es ist wichtig, dass die Therapie die restlichen Tage fortgeführt wird. Erst dann können die beiden Antibiotika H. plyori direkt und nachhaltig den Garaus zu machen.

Studien zum Thema

Je früher ein Kind sich mit Helicobacter pylori Keim ansteckt, desto größer ist die Gefahr, im späteren Leben Magenkrebs zu entwickeln, so Professor Dr. Wolfgang Rösch vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Durch unsauberes Verhalten von Kindern kann der Keim, durch Schmierinfektion übertragen werden. Kinder, die an Magenbeschwerden bis hin zu Magenkoliken leiden, sollten deshalb auf eine Infektion durch die Magenbakterien untersucht werden.

Knoblauch hemmt das Wachstum des Helicobacter pylori, so die "Münchner Medizinische Wochenschrift". Nach Aussage von Mikrobiologen aus den Niederlanden reicht der Verzehr von frischem Knoblauch oder die Einnahme von Knoblauch-Arzneimitteln aus, um die Anzahl schädigender Keime zu verringern.



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