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31.07.2010, 4:31


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Impfen


Das Impfen ist nach Meinung vieler Experten die wirksamste Medizin, den Körper vor Infektionskrankheiten zu schützen. Vom Prinzip lassen sich zwei Arten der Impfung unterscheiden: die Aktiv-Impfung (Aktive Immunisierung) und die Passiv-Impfung (Passive Immunisierung).

Aktiv-Impfung

Bei der Aktiv-Impfung werden dem Patienten dazu kleine Mengen eines Krankheitserregers (Antigen) verabreicht, damit das Immunsystem aktiv Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Erreger bildet. Bei erneutem Kontakt mit dem Erreger sind diese Abwehrstoffe dann sofort zur Stelle und können die Krankheit schnell bekämpfen: Der Organismus wird immun. Der Schutz bleibt jahre- bis lebenslang erhalten.

Drei Impfstoffarten bei der Aktiv-Impfung

Die Impfstoffe können folgende Antigene enthalten:
  • Bei den so genannten Lebend-Impfstoffe sind die verabreichten Erreger (Antigene) abgeschwächt. Das heißt, sie machen nicht mehr krank, können sich aber noch vermehren. Beispiel sind der Masern-, Mumps-, Röteln- oder Gelbfieber-Impfstoff.
  • Bei den Tot-Impfstoffen sind die verabreichten Erreger wie der Name sagt tot und können sich nicht mehr vermehren. Beispiele sind der FSME-, der Grippe-, der Polio-, der Cholera- und der Pertussis-Impfstoff. Auch die Menigokokken-, der Pneumokokken-, und der Hamophilus-Influenza-b-Impfstoffe gehören zu den Tot-Impfstoffen. Bei Ihnen wird jedoch nicht der ganze Erreger, sondern nur spezielle Teile verwendet.
  • Toxoid-Impfstoffe enthalten die Giftstoffe des Erregers, die durch eine chemische Behandlung ungiftig gemacht wurden. Trotzdem reagiert der Körper noch mit der Bildung von Antikörpern. Beispiele sind der Diphtherie- und der Tetanus-Impfstoff.

Passiv-Impfung

Bei der Passiv-Impfung muss der Körper keine Abwehrstoffe bilden. Stattdessen werden dem Patienten bereits vorgebildete Antikörper verabreicht. Diese Impfsera können von Menschen und Tieren stammen. Der Vorteil dieser Impfung ist ihre sofortige Wirkung, die allerdings nur kurz (wenige Wochen) anhält.

Impfschemata

Wie viele Injektionen bis zur vollständigen Immunisierung notwendig sind, richtet sich nach dem jeweiligen Impfstoff. Gegen Pneumokokken oder Grippe-Viren reicht zum Beispiel eine einmalige Impfgabe. Innerhalb von einigen Tagen bis Wochen baut das Immunsystem einen Schutz gegen diese Erreger auf. Um ausreichend Antikörper gegen Wundstarrkrampf oder Diphtherie zu bilden, braucht der Körper dagegen drei Injektionen im Abstand von mehreren Monaten. Wichtig ist, alle Impfungen zu dokumentieren. Der Arzt trägt jede verabreichte Immunisierung mit Datum und Namen des Impfstoffes in einen Impfpass ein. Den sollte man, wenn möglich, wie Ausweis oder Führerschein immer bei sich tragen.

Nebenwirkungen: Weniger schlimm als richtige Erkrankung . . .

Die Angst vor Nebenwirkungen während und nach dem Impfen ist groß. Ammenmärchen wie "eine Impfung macht erst richtig krank" schüren solche Befürchtungen noch. Doch in den meisten Fällen stellen sich die Bedenken als unbegründet heraus.

. . . und nach wenigen Tagen verschwunden

Natürlich arbeitet das Immunsystem nach einer Impfung auf Hochtouren und antwortet nicht selten auf einige Impfstoffe mit Kopf- oder Gliederschmerzen, leichtem Fieber oder Hautreaktionen an der Injektionsstelle. Diese Reaktionen verschwinden aber in der Regel nach spätestens zwei Tagen wieder. Hautausschläge oder Allergien auf Bestandteile der Impfsubstanz treten nur selten auf. Allergiker sollten aber in jedem Fall den impfenden Arzt über ihre Allergie unterrichten.

Nicht impfmüde werden

Seit Jahren macht sich Impfmüdigkeit breit. So erkranken jährlich in Deutschland zwischen vier und acht Millionen Menschen an der Virus-Grippe. Mindestens 8 000 sterben pro Jahr an einer Pneumokokken-Infektion – vorrangig alte und chronisch kranke Personen. Denn gerade sie stellen leichte Opfer für Krankheitserreger dar, weil mit zunehmendem Alter die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nachlässt.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Impfungen

Als Gründe für die schlechte Impfmoral in Deutschland nennen Experten die ungenügende Aufklärung über den Nutzen von Impfungen und Ängste vor unerwünschten Wirkungen. Außerdem wissen viele Menschen nicht, gegen welche Krankheiten man sich impfen lassen kann. So ist zum Beispiel die Immunisierung gegen Pneumokokken, den Erregern zum Teil schwerer Atemwegserkrankungen, rund 61 Prozent der Bundesbürger unbekannt.

Impfen für das Gemeinwohl

Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass entsprechende Krankheiten nur noch in Einzelfällen auftreten, bestenfalls gar nicht mehr, und sich nicht epidemieartig verbreiten. Deutschland rangiert in punkto Durchimpfung der Bevölkerung im internationalen Vergleich jedoch lediglich im Mittelfeld.

Was kann man tun, um sich und andere zu schützen?

  • Halten Sie sich mit den Impfungen Ihrer Kinder an die vom Arzt oder die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) gemachten Empfehlungen.
  • Prüfen Sie in Ihrem Impfpass, wie lange die letzten Impfungen zurückliegen. Es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen. Jede Impfung zählt. Auch eine Grundimmunisierung, die für viele Jahre unterbrochen wurde, muss nicht neu begonnen werden.
  • Lassen Sie sich gegen Hepatitis B impfen, wenn Sie einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind oder selbst leicht jemanden anstecken könnten. Für Kinder gehört die Hepatitis-B-Impfung mittlerweile zum Standard.
  • Nutzen Sie den Schutz der Grippe- und Pneumokokken-Impfung, wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden oder über 60 Jahre alt sind. Ein neuer Pneumokokken-Impfstoff greift nun auch bei Säuglingen. Die STIKO spricht derzeit eine Indikationsempfehlung aus. Das bedeutet, Kinder unter zwei Jahren brauchen diese Impfung dann, wenn sie zu "Risikokindern" zählen, also etwa zu früh zur Welt gekommen sind, ein niedriges Geburtsgewicht hatten, sich nicht richtig entwickeln oder unter neurologischen Erkrankungen leiden.
  • Erkundigen Sie sich rechtzeitig vor Antritt einer Reise, welchen Impfschutz Sie und Ihre Familie im Reiseland brauchen.




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