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31.07.2010, 4:39


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Insulinpumpe


Geschätzte 25 000 Typ-1-Diabetiker in Deutschland tragen eine Insulinpumpe. Ein Präzisionsgerät, das die Bauchspeicheldrüse zwar nicht ersetzen, aber vieles erleichtern kann. Die Insulinpumpe ahmt die natürliche und beim Typ-1-Diabetiker versiegte Insulinausschüttung beinahe perfekt nach. Ein einziges Insulin, ein schnell wirksames Normal- oder Analoginsulin, deckt sowohl die Basalrate als auch den Bedarf bei den Mahlzeiten ab.

Zeitpunkt der Insulinabgabe wird programmiert

Stellt man einen Diabetiker auf die Pumpe um, wird so exakt wie möglich der Basalinsulin-Bedarf des Patienten ermittelt, also die Menge, die der Körper völlig unabhängig von den Mahlzeiten braucht. Stündlich oder auch häufiger gibt die programmierte Pumpe dann eine kleine Menge schnell wirkendes Insulin ins Blut ab, was eine zwar konstante, aber dennoch beeinflussbare Grundversorgung gewährleistet. Hier genau liegt ein wesentlicher Vorteil der Pumpe gegenüber der Intensivierten Konventionellen Therapie.

Die Vorteile der Pumpe

Dort nämlich spritzt man für gewöhnlich zweimal täglich ein lang wirksames Basalinsulin, dessen Wirkung sich, einmal gespritzt, über 12 bis 24 Stunden nicht mehr beeinflussen lässt. Eine Tatsache, die gerade aktive Menschen in Form von Unterzuckerungen zu spüren bekommen können, weil diese Insuline nicht den natürlichen Erfordernissen angepasst sind. Sie wirken auch dann, wenn der Bedarf sinkt, also etwa mittags, nachts oder auch während und nach sportlichen Aktivitäten.

Der Pen wird überflüssig

Um zum Essen die passende Portion Insulin zu bekommen, geben Pumpenträger, abhängig von der Blutzuckerhöhe, die Meldung, wie viel Insulin sie nun abgeben soll. Worin ein weiterer Vorteil der Pumpe liegt: Das Hantieren mit Pens wird überflüssig, "Profis" geben ihrer Pumpe gar durch die Kleidung die nötigen Befehle.

Bessere Werte, seltener Unterzucker

Studien haben gezeigt, dass Pumpenträger bessere Langzeit-Blutzuckerwerte, also HbA1c-Werte, und dennoch weniger Unterzuckerungen haben. Umgekehrtes gilt für die Intensivierte Konventionelle Therapie: Wer seinen Blutzucker in Normbereiche drückt, riskiert vermehrt Unterzuckerungen. Eine gute Stoffwechseleinstellung speziell auch für Leute mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, stabilisiert das seelische und körperliche Wohlbefinden.

Nadel liegt in der Bauchdecke

Wie gelangt das Insulin nun von der Pumpe in den Körper? Das geschieht über einen dünnen Katheter, der mit einer Nadel in der Bauchdecke des Patienten befestig ist. Was etwas selbstquälerisch klingt – wer will schon ständig eine Nadel im Bauch liegen haben? –, gehört für Pumpenträger zur Routine: Die Nadel sitzt fest, verursacht keine Schmerzen und beeinträchtigt den Alltag nicht. Die Pumpe findet Platz am Gürtel, in der Hosentasche oder im BH, und über spezielle Gürtelsysteme lässt sich auch das kürzeste Kleid so tragen, dass die Pumpe nicht auffällt.

Pumpe als Dauerbegleiter

Doch kein Fortschritt ohne Wermutstropfen: Den Vorteilen der Pumpe steht der Nachteil gegenüber, dass ihre Träger sie Tag und Nacht am Leib haben müssen, sei es auf der Toilette, beim Umziehen oder bei der Anprobe von Kleidungsstücken im Kaufhaus. Zum Duschen, Baden und Schwimmen lässt sich die Pumpe vorübergehend leicht abkoppeln, doch die meiste Zeit verbringt man mit ihr.

Schulung in der Klinik oder Arztpraxis erforderlich

Nicht jeder mag das. Zudem muss man zu einem technischen Gerät Vertrauen fassen, das – in Ausnahmefällen – auch einmal versagen kann. Und Sorgfalt gehört zur einwandfreien Funktion. Bleibt die Nadel zu lange an derselben Stelle, kann sich die Haut infizieren. So bleibt es jedem offen zu entscheiden, wie er seinen Körper mit Insulin versorgen will. Entscheidet man sich für die Pumpe, braucht man das "Start frei" vom Arzt und bekommt eine Schulung, die in der Klinik oder Arztpraxis erfolgt.


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Jutta Petersen-Lehmann:
Diabetes heute – mehr Freiheit und Sicherheit, Govi-Verlag, 96 S.,
9,90 € (D), PZN: 0 70 75 50, ISBN: 3-7741-0782-3



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