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Johanniskraut
Johanniskraut ist eine der am Besten erforschten Heilpflanzen. Ihre Extrakte werden zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen eingesetzt. Mehrere wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit nachgewiesen. Ausreichend dosierte Präparate sind eine verträgliche Alternative zu chemischen Antidepressiva. Amerikanische Expertengruppen haben Johanniskraut deshalb als Mittel zur Depressionstherapie in ihre neuen Richtlinien aufgenommen.
Balance herstellen
Präparate, die Johanniskraut in ausreichender Dosierung enthalten, wirken harmonisierend und stabilisierend auf das aus dem Gleichgewicht geratene Nervensystem. Johanniskraut stellt nach und nach die Balance der Botenstoffe im Gehirn wieder her. Dazu ist eine gewisse Anlaufzeit nötig: Johanniskraut-Präparate müssen regelmäßig mindestens zwei bis drei Wochen eingenommen werden, bis eine erste Linderung der Beschwerden eintritt. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine Tagesdosis von dreimal 300 Milligramm Gesamtextrakt notwendig. Die Einnahme sollte über mehrere Monate erfolgen.
Vorsicht bei Sonne
Die Verträglichkeit von Johanniskraut-Extrakten gilt als sehr gut. Sie wirken entspannend, nicht dämpfend und machen nicht müde. Vorsicht sollten allerdings Menschen mit lichtempfindlicher Haut walten lassen. Durch bestimmte Inhaltsstoffe reagieren hellhäutige Personen noch empfindlicher auf UV-Strahlen. Man spricht von Photosensibilisierung. Beim Solariumsbesuch oder einem Sonnenbad kann so leicht eine Sonnenallergie entstehen.
"Rotes Blut" in Blütenblättchen
Die christlichen Völker des Abendlandes weihten die Pflanze Johannes dem Täufer. Sie glaubten, dass Johanniskraut wegen ihrer strahlenförmigen Blütenstände besonders mit den Kräften des Himmels verbunden sei. Der rote Saft, der gelben Blütenblättchen, steht der Legende nach für das Blut des Märtyrers Johannes, der für seinen Glauben auf Wunsch Salomes geköpft wurde.
Geerntet wird nur während der Blüte
Die rote Farbe des Blütensaftes ist ein Hinweis auf einen der wirksamen Inhaltsstoffe, nämlich auf den rot gefärbten Wirkstoff Hypericin. Die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe haben die höchste Konzentration, wenn Johanniskraut in voller Blüte steht, also um Johanni am 24. Juni herum. Darum wird Johanniskraut seit jeher in der Hauptblütezeit geerntet.
Studien zum Thema
Hochdosierter Johanniskraut-Extrakt einmal täglich eingenommen wirkt besser gegen leichte bis mittelschwere Depressionen als ein Placebo, berichtete die "Pharmazeutische Zeitung". Das ergab eine Studie mit 207 depressiven Patienten, die über ein Jahr in deutschen Arztpraxen lief. Bereits nach vier Wochen besserten sich bei den Testpersonen, die Johanniskraut zu sich nahmen, typische Symptome wie Schlaf- und Antriebslosigkeit, Traurigkeit und Konzentrationsschwäche.
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