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31.07.2010, 4:27


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Johanniskraut


Johanniskraut-Präparate haben sich in der Therapie von milden und mittelschweren Depressionen bewährt.

Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet an depressiven Verstimmungen. Davon befinden sich nur 17 Prozent in Behandlung. Vor allem Männer, jüngere Menschen und Menschen mit höherer Bildung scheuen sich, über die eigene Verfassung zu sprechen. Eine Scheu mit Folgen, denn eine Depression kann unbehandelt chronisch verlaufen und gar in einem Selbstmord enden.

Und das, obwohl moderne Antidepressiva in vielen Fällen ein normales Leben ermöglichen und dabei weder abhängig machen noch das Wesen verändern.

Das gilt besonders für Extrakte aus Johanniskraut, deren Wirkung auf Botenstoffe im Gehirn erwiesen ist. Ein Ungleichgewicht dieser Botenstoffe scheint den Menschen nach heutigem Kenntnisstand in die depressive Stimmung zu befördern. Antidepressiva stellen das Gleichgewicht weitestgehend wieder her, wobei verschiedene Arzneistoffe jeweils bestimmte Botenstoffe besonders stark beeinflussen. Johanniskraut-Extrakte wirken auf die drei wesentlichen Systeme, das Serotonin-, das Noradrenalin- und das Dopamin-System.

Auf eine ausreichende Wirkung können sich Patienten allerdings bei außerhalb von Apotheken vertriebenen Produkten nicht immer verlassen. Präparate aus Drogerien oder Supermärkten sind häufig zu gering dosiert, das heißt, man zahlt, ohne im Gegenzug eine Wirkung gegen die Depression zu bekommen. Der Grund liegt nicht immer in einer zu geringen Menge des Johanniskraut-Extraktes, sondern oft auch in der schlechten Qualität der Frischpflanze. Nur wenn ein Hersteller einwandfreie Frischpflanzen bezieht, lassen sich daraus auch Extrakte mit Inhaltsstoffen in ausreichender Menge herstellen.

Ein empfehlenswertes Johanniskraut-Präparat zeichnet sich durch folgende Punkte aus:
  • es wird als Monopräparat angeboten, enthält also keine weiteren Arzneistoffe,
  • es enthält als Wirkstoff einen so genannten Trockenextrakt (TE), hergestellt mit Ethanol oder Methanol. Dieser Trockenextrakt ist durch die Angabe des Droge-Extrakt-Verhältnisses und durch das verwendete Extraktionsmittel charakterisiert.
  • als wirksame Tagesdosis werden 2 bis 4 Gramm Drogenäquivalente oder 500 bis 800 Milligramm des Extraktes genannt.

Nach wie vor sollte man bei Symptomen, die auf eine Depression hindeuten und länger als 2 Wochen anhalten, zunächst den Arzt aufsuchen. Und dabei wissen: Gegen eine Depression hilft kein Beruhigungsmittel (Tranquilizer), das schnell in eine Abhängigkeit führen und eine Depression noch verschlimmern kann, sondern ausschließlich Mittel gegen Depressionen, so genannte Antidepressiva. Einschließlich Johanniskraut brauchen alle Antidepressiva mindestens zwei bis drei Wochen, bis sie Wirkung zeigen.



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