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Aneurysma
Arterien stehen durch das in ihnen pulsierende Blut ständig unter starkem Druck. Kein Problem, solange sie nicht durch eine angeborene Gefäßwandschwäche, Arteriosklerose oder Bluthochdruck so mürbe werden, dass sie nachgeben. Dann kann es zum Aneurysma, einer Ausbuchtung der Arterie kommen. Betroffen kann zum Beispiel die Bauch-Schlagader sein.
Unklare Schmerzen können ein Signal sein
Reißt ein Aneurysma, ist dies ein lebensgefährlicher Notfall, es droht eine schwere innere Blutung. Dass daran so viele Betroffene sterben, liegt nach Expertenmeinung daran, dass Warnzeichen missdeutet werden: Es gibt viele Fälle, in denen sich ein Platzen des Aneurysmas über Stunden oder gar Tage mit unklaren Bauch- und Rückenschmerzen ankündigt, die aber falsch behandelt werden bis der Kreislauf dann plötzlich zusammenbricht. Wer also um sein Aneurysma weiß, sollte bei nicht zögen und sich in die nächste größere Klinik bringen lassen.
Warnzeichen gibt es kaum
Ein kleines, noch wachsendes Aneurysma bemerkt dessen Träger zumeist nicht, und so tickt die Zeitbombe im Verborgenen weiter. Erst bei sehr großen Aneurysmen der Hauptschlagader können, ähnlich wie bei einem Riss, pulsierende Schmerzen auftreten, je nach Lage mehr in der Brust, im Bauch oder im Rücken. Regelmäßige ärztliche Kontrollen empfiehlt Schäfer vorsorglich denjenigen, die direkte Verwandte haben, bei denen bereits Aneurysmen vorkamen.
Ultraschall hilft bei der Diagnose
Auch wenn Menschen unter einer erblichen Schwäche des Bindegewebes wie etwa dem Marfan-Syndrom leiden, haben sie ein erhöhtes Risiko für ein Aneurysma. Der Arzt kann Aneurysmen der Hauptschlagader und der Beckenarterien mit Röntgenaufnahmen der Brust und vor allem mittels Ultraschalluntersuchungen gut erkennen, etwa im Rahmen eines Herz-Kreislauf-Checks.
Die Aussackungen treten überall auf
Aneurysmen treten nicht nur an der Hauptschlagader auf, im Prinzip können sie jede Arterie treffen. Vergleichsweise häufig finden Ärzte sie im Bereich der Kniekehlenarterie, wo sie ein Druckgefühl und Schwellungen verursachen. In Hirnarterien lokalisiert, kann ein Aneurysma je nach betroffener Hirnregion starke Kopfschmerzen, kurzzeitige Lähmungen von Körpergliedern oder Sehstörungen zur Folge haben.
Je größer, desto gefährlicher
Die kritische Größe eines Aneurysmas liegt bei etwa fünf Zentimetern. Das Risiko, dass Aneurysmen der Bauchaorta dann aufplatzen ist dann deutlich erhöht. Meist werden diese Aussackungen daher operiert. Abweichend davon muss man möglicherweise aber auch kleinere Aneurysmen operieren, wenn sie asymmetrisch sind, also sackförmige Blasen an der Gefäßwand ausbilden. Diese haben ein höheres Risiko aufzuplatzen als spindelförmige Aneurysmen.
Prothesen für lädierte Gefäße
Wenn ein Aneurysma operiert werden muss, schaltet der Chirurg den betroffenen Gefäßabschnitt aus und näht eine Gefäßprothese ein. Vom Material her halten die Prothesen heutzutage zehn bis zwanzig Jahre, vielfach auch länger, betonen Experten. Spätkomplikationen treten nur selten auf, die Zeitbombe Aneurysma ist also entschärft. Im Bereich der Kniekehle werden Aneurysmen mit einem Bypass umgangen, also mit einer Gefäßumgehung, die normalerweise aus einem Stück Vene besteht. Im Gehirn werden erweiterten Gefäße zumeist abgeklemmt.
Neue Operationsmethode
Bei einer neueren Operationsmethode schiebt der Operateur mit einem Katheter ein Drahtrohr mit Gewebeüberzug (Stentgraft) bis in den geschädigten Gefäßabschnitt vor, dehnt es auf und verankert es. Man kann sich das so vorstellen, als würde in ein rissiges Wasserrohr ein etwas dünneres Rohr hineingeschoben, um die lecke Stelle abzudichten. Für den Eingriff braucht man nur kleine Schnitte im Leistenbereich. Allerdings sind die Langzeitergebnisse nicht so gut wie bei der Standardoperation. Es muss unter Umständen auch nachoperiert werden. Die neue Methode wird vor allem bei den Patienten angewendet, für die die Risiken einer normalen Operation zu groß sind. Insbesondere als Notfallprothese bei geplatzten Aneurysmen hat ein Stent Vorteile, da seine Implantation die geschwächten Patienten vergleichsweise wenig belastet.
Risikofaktoren meiden
Wer versuchen möchte, Aneurysmen vorzubeugen, muss auf seinen Blutdruck achten. Außerdem sollte man erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte unter Kontrolle halten und mit dem Rauchen aufhören.
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