Anzeige:
Home
31.07.2010, 4:46


Erste Hilfe

Arzneimittel

Krankheiten & Beschwerden

So funktioniert der Körper

Wellness, Fitness, Health

Recherche Spezial



Stichwortsuche:



Hier finden Sie Ihren Suchbegriff
im Lexikon und in den Seiten der
Neuen Apotheken Illustrierten.

Mit künstlichen Gelenken wieder beweglich


Auf dem Gebiet des Gelenkersatzes ist die Medizin in wenigen Jahrzehnten mit Sieben-Meilen-Stiefeln vorangekommen. In Deutschland werden in rund 2 500 Kliniken pro Jahr etwa 300 000 künst-liche Gelenke implantiert. Dr. med. Götz von Förster, Ärztlicher Direktor der Hamburger Endo-Klinik, weist darauf hin, dass zunehmend mehr Patienten mit einer oder gar mehreren Endoprothesen auch wieder Sport treiben. "Endoprothesen und Sport", so von Förster, "das ist heute kein Tabu mehr, sondern ein Thema, über das in ärztlichen Fachkreisen gesprochen wird."

Hüftgelenk an der Spitze

Am häufigsten wird nach wie vor das von einer Arthrose geschädigte Hüftgelenk ersetzt, in Deutschland pro Jahr nahezu 200 000-mal. Bevorzugt werden seit einiger Zeit kleinere, so genannte Stummel-Prothesen. Sie haben keinen glatten, sondern strukturierten Schaft und einen meist aus Keramik gefertigten Gelenkkopf. Das kleinere Format ist deswegen von Vorteil, weil zu seiner Implantation nicht mehr so viel Knochensubstanz entfernt werden muss.

Langlebige Hüftgelenkprothesen

Die Prothese hat am Ende mit rund 80 Prozent ihrer Außenfläche direkten Kontakt mit dem sie umgebenden Knochen, was der Endoprothese für lange Zeit festen Halt sichert. Zehn Jahre nach Implantation sind bis zu 97 Prozent, zwanzig Jahre danach noch 80 Prozent ohne Anzeichen einer Lockerung. Die Gelenkpfanne wird unter hohem Druck in den Knochen eingepresst. Diese Technik dient dazu, die Fläche, wo Knochen und Prothese aneinander liegen, um der Stabilität willen so groß wie möglich zu machen.

Metallüberzug für Kniegelenke

Bei künstlichen Kniegelenken sind die Neuerungen noch umfassender als bei den Hüftgelenken. In der Mehrzahl der Fälle beschränkt man sich heute auf den so genannten Oberflächenersatz. Dabei werden die von der Arthrose zerstörten, Schmerz verursachenden Knorpelflächen der Ober- und Unterschenkel mit anatomisch genau angepassten Metallimplantaten überzogen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn Seiten- und Kreuzbänder, die das Gelenk stabilisieren, noch intakt sind. Beim Oberflächenersatz bleibt dem Patienten das ursprüngliche eigene Gelenkgefühl belassen, und es sind ihm noch gut kontrollierbare Bewegungen des Beines möglich.

Für etwa 30 Gelenke gibt es Ersatz

Je nach Schädigung des Knies stehen noch eine teilgekoppelte Prothese, eine Schlittenprothese und eine Scharnierprothese zur Verfügung. Etwa 35- mal im Jahr, so berichtet von Förster, wird in der Hamburger Endo-Klinik die "Non-plus-ultra-Operation" durchgeführt: Der totale Oberschenkelersatz mit den oben und unten anhängenden künstlichen Hüft- und Kniegelenken. Sehr selten werden außerdem Schulter-, Ellenbogen- und Sprunggelenk ersetzt, häufiger die meist von Gelenkentzündungen (Arthritis) zerstörten Fingergelenke. Es sind rund 30 Gelenke, die man heute durch Prothesen ersetzen kann.

Der Computer als Assistent im Operationssaal

Eine große Hilfe bei der Implantation von Endoprothesen ist die per Computer gesteuerte Führung des Operateurs. Ähnlich wie das Navigationssystem im Auto dem Fahrer sagt, wie er ans Ziel kommt, zeigt die OP-Navigation dem Operateur mit Infrarot- und Magnetsystemen den besten Weg, um eine auf Millimeter genaue Positionierung der Endoprothese zu erreichen. Dieses Verfahren hat sich als sinnvolle Errungenschaft der Gelenkchirurgie in vielen Kliniken bewährt. Dass es dagegen jemals gelingen könnte, im Labor natürliche Knie- oder Hüftgelenke zu züchten, mögen auch die kühnsten Optimisten nicht glauben. Jedenfalls heute noch nicht.



07/02






Zurück zur Startseite

Copyright © 2010 Neue Apotheken Illustrierte / GOVI Verlag


Home | Impressum | Presse | Mediainformationen | Copyright-Hinweis | GOVI Verlag

Haben Sie Fragen zum Inhalt? Dann wenden Sie sich bitte an redaktion@nai.de