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Frühsommer-Meningo-Enzephaltitis (FSME
Zecken bedrohen Menschen hier zu Lande vor allem durch die von ihnen übertragenen Borrelien. Diese Bakterienart verursacht die so genannte Lyme-Borreliose. In einigen Gebieten Süddeutschlands beherbergen Zecken zudem ein Virus, das eine Hirnhautentzündung verursachen kann, die Frühsommer-Meningo-Enzephaltitis (FSME). Dabei zeigt sich ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. In Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen tritt die Krankheit häufig auf. In den neuen Bundesländern ist sie kaum verbreitet. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht regelmäßig Karten mit den jeweiligen Risiko- und Hochrisikogebieten für FSME.
FSME-Risikogebiete größer als erwartet
Aber auch Gebiete in Deutschland, in denen man das Risiko einer Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) bisher für gering hielt, scheinen stärker belastet zu sein als angenommen. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat in verschiedenen Regionen des Bundeslandes rund 9 000 Zecken untersucht. Überraschend viele waren mit dem Erreger der FSME infiziert waren. Experten der Behörde schätzten die Lage in anderen süddeutschen Ländern wie Bayern ähnlich ein und gehen auch dort von einer hohen Anzahl infizierter Zecken aus. Manche Experten fordern deshalb, ganz Süddeutschland zum Risikogebiet für FSME zu erklären.
Viren im Speichel
Zecken reichern die FSME-Viren in ihren Speicheldrüsen an. Die Infektion geht deshalb schnell. Allerdings hängt die Menge der in das Wirtsblut freigesetzten Viren von der Saugdauer ab. Also: Je schneller die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto wahrscheinlicher ist ein nur milder Krankheitsverlauf.
Chronische Beschwerden möglich
Betroffene bekommen ein bis zwei Wochen nach dem Stich Fieber zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius. Darauf folgen zwei bis zehn beschwerdefreie Tage. Anschließend entwickelt etwa ein Drittel der Patienten erneut Fieber mit den Anzeichen einer Hirnhautentzündung, unter Umständen mit Beteiligung des Gehirns (Meningitis oder Meningoenzephalitis). Bei einigen Betroffenen bleiben dauerhaft Beschwerden, auch wenn die akute Erkrankung ausheilt: Sie leiden chronisch unter Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, eingeschränkter Stress-Toleranz, Schwindel, Hör- und Gleichgewichtsstörungen sowie unter Erschöpfungszuständen.
Symptomatische Therapie
Eine Therapie, die die Ursachen bekämpft, existiert für FSME nicht. Lediglich die Symptome können behandelt werden, und zwar am besten mit strikter Bettruhe für bis zu zwei Wochen. Daneben lindern Schmerzmittel, Mittel gegen Rheuma und Kortison-Abkömmlinge die Beschwerden.
Eine Impfung schützt
Wer weiß, dass er in ein Endemiegebiet reist, wer sich von Berufs wegen oder in seiner Freizeit regelmäßig draußen aufhält, sollte sich impfen lassen. Bisher wurde eine Impfung für Kinder auf Grund des meist milden Verlaufs der Erkrankung in diesem Alter und wegen der oft schlechten Verträglichkeit der früher bei Kindern eingesetzten Impfstoffe kritisch betrachtet. Mittlerweile ist jedoch eine neuer Impfstoff für Kinder vom ersten bis zwölften Lebensjahr auf dem Markt, der besser verträglich sein soll.
Impfung in drei Schritten
Geimpft wird dreimal, wobei die letzte Injektion nach spätestens einem Jahr gegeben wird. Nach drei Jahren muss der Schutz aufgefrischt werden. Wer sich kurzfristig zu einem Urlaub in Risikogebieten entschließt, kann sich auch im "Schnelldurchgang" impfen lassen, was auch noch einen recht guten Schutz bietet. Eine nachträgliche, so genannte passive Immunisierung darf nur erfolgen, wenn seit Betreten eines Infektionsgebietes nicht mehr als vier Tage vergangen sind. Außerdem wird sie erst ab dem 14. Lebensjahr durchgeführt.
Impf-Erfolg prüfen
Ältere Menschen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem sollten die Menge der auf Grund der Impfung gebildeten Antikörper etwa vier Wochen nach der zweiten Teil-Impfung kontrollieren lassen. Reichen die Antikörper nicht aus, wird die Impfung wiederholt.
Zeckenkontakt verhindern
Infektionen lassen sich auch vermeiden, indem man vorbeugt: Meiden Sie die typischen Aufenthaltsorte von Zecken, also Wälder, Unterholz oder Gebüsche meiden. Wer sich im Garten, Wald oder auf der Wiese hinlegt, sollte das nur auf einer Unterlage tun. Hautstellen die nicht geschützt sind, müssen wiederholt mit Mückenschutzmittel eingerieben werde. Nach einem Aufenthalt im Freien muss der Körper überall nach Zecken abgesucht werden.
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