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09.09.2010, 21:58


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Milzbrand


Milzbrand wird auch als "Anthrax" bezeichnet. Der Milzbrand-Erreger "Bacillus anthracis" infiziert nur selten Menschen, denn: Milzbrand ist eigentlich eine Erkrankung pflanzenfressender Tiere. Normalerweise tragen deshalb nur Personen, die in der Tiermedizin, in der Land-, Forst- sowie Jagdwirtschaft arbeiten oder mit Tierhäuten, -fellen oder ähnlichem in Berührung kommen, ein gewisses Infektionsrisiko. In der Regel wird der Erreger nicht von einem auf den anderen Menschen übertragen, es besteht also keine Ansteckungsgefahr.
Milzbrand findet man auf der ganzen Welt. Das tückische an dem Erreger ist seine Fähigkeit, Sporen zu bilden. Sporen sind Dauerformen. Die Bakterien verwandeln sich in unempfindliche "Bakterien-Konservendosen", die lange haltbar sind. Nach Jahrzehnten "in der Dose" haben die Erreger nichts von ihrer Gefährlichkeit verloren. Milzbrand-Sporen unsichtbar, geruchlos und können mit dem Wind über große Entfernungen verbreitet werden.
Am häufigsten tritt der Hautmilzbrand auf. Durch Kontakt mit verseuchten tierischen Materialien gelangt der Erreger über kleine Wunden in den Körper. Zunächst entsteht an der Stelle eine Entzündung, später ein Geschwür, das so genannte Milzbrandkarbunkel. Die Entzündung kann sich zur Blutvergiftung ausbreiten. Allgemeine Symptome sind: Fieber, Benommenheit, Kreislauf- und Herz-Rhythmusstörungen. Hautmilzbrand kann mit Antibiotika gut therapiert werden. Unbehandelt versterben jedoch 10 bis 20 Prozent der Infizierten.
Lungenmilzbrand entsteht, wenn Sporen eingeatmet werden, z.B. durch Staub oder als feine Tröpfchen. Ohne rechtzeitige Antibiotika-Behandlung ist Lungenmilzbrand in rund 90 Prozent der Fälle tödlich. Die Symptome sind die einer Atemwegsinfektion, die in wenigen Tagen zu einer Lungenentzündung mit Fieber, Schüttelfrost und Husten führen kann.
Darmmilzbrand wird über verseuchtes, nicht ausreichend gekochtes Fleisch und Innereien übertragen. Es gibt jedoch nur sehr wenige Krankheitsfälle.
Eine Milzbrand-Erkrankung muss möglichst schnell erkannt werden. Sie wird mit gängigen Antibiotika wie Penicillin, Ciprofloxacin und Doxycyclin behandelt. Die Therapien erstrecken sich wegen der stabilen Sporen über mehrere Wochen. Vorbeugend sollten Antibiotika nur eingenommen werden, wenn die Betroffenen in Kontakt mit verdächtigen Materialien gekommen sind. Impfstoffe gegen den Erreger gibt es in Deutschland zur Zeit nicht.



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