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08.09.2010, 20:52


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Reflextests


Reflextests stellen für den Arzt eine einfache Methode dar, um einen ersten Überblick über die Funktion des Nervensystems zu gewinnen. So kann beispielsweise ein schwacher Kniesehnenreflex oder auch ein anderer gestörter Muskeleigenreflex auf Schäden an der Wurzel von Spinalnerven hindeuten. Letztendlich müssen dies aber erst weitere Untersuchungen eindeutig belegen.

Der Pupillenreflex

Gut zu testen ist auch der Pupillenreflex, also das Öffnen und Schließen der Pupillen im Dunkeln und Hellen. Der Arzt prüft mit einem Lämpchen, ob und wie schnell die Pupillen reagieren oder ob die Reaktion in beiden Augen gleich ist. Abweichungen von der Norm liefern erste Hinweise auf Augen-, Hirn- oder Nervenschäden.

Pupillen reagieren bei Hirnverletzungen ungewöhnlich

Auch in der Notfallmedizin sind ein wichtiges Diagnosemittel: Verletzungen im Mittelhirn und an der Schädelbasis können beispielsweise die Pupillen weit geöffnet erstarren lassen. Auch ein plötzliches Auftreten ungleicher Pupillenweiten ist ein Alarmzeichen, das unter anderem bei Schlaganfällen, Hirnschäden nach Unfällen, Hirntumoren oder Nervenentzündungen vorkommt. Die Pupillenreaktion kann sich im Übrigen auch bei Vergiftungen verändern, die Pupillen sind entweder ungewöhnlich verengt oder erweitert.

Such-, Saug-, Schreit- oder Umklammerungsreflex

Es gibt auch Reflexe, die man bei Gesunden überhaupt nicht auslösen kann, sondern nur bei verletzten oder erkrankten Personen. Einige Reflexe wiederum gibt es nur bei Säuglingen, etwa den Such-, Saug-, Schreit- oder den Umklammerungsreflex; mit der zunehmenden Entwicklung des Kindes verschwinden sie. Störungen dieser Reflexe oder ihr zu langes Überdauern liefern dem Kinderarzt Hinweise auf frühkindliche Hirnschäden. Einen speziellen, erlernten Reflex kann man übrigens selbst im Alltag nutzen, wenn man seinen Appetit testen möchte: den Speichelflussreflex beim Anblick lecker zubereiteter Speisen.


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