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Die Schilddrüse


Die Schilddrüse schmiegt sich mit ihren zwei Seitenlappen und einem schmalen Mittellappen wie ein Schmetterling unter dem Schildknorpel des Kehlkopfes an die Luftröhre. Beim gesunden Erwachsenen wiegt sie etwa 20 bis 25 Gramm.
Die Schilddrüse ist ein lebenswichtiges Organ. Sie produziert, speichert und verteilt die beiden Schilddrüsenhormone Tetrajodthyronin (Thyroxin, T4) und Trijodthyronin (T3). Die Hormone werden aus der Aminosäure Tyrosin und Jod gebildet.

Wirkung auf den ganzen Körper

Die Schilddrüse ist an einer Vielzahl von Stoffwechselfunktionen beteiligt. Das von ihr produzierte Hormon Thyroxin wirkt auf Herz und Kreislauf, den Magen-Darm-Trakt, den Stoffwechsel, die Knochen, die Haut, auf das Nervensystem und auf die Psyche. Schilddrüsenkrankheiten ziehen deshalb den ganzen Körper in Mitleidenschaft.

Jod ist unentbehrlich

Um normal arbeiten zu können, braucht die Schilddrüse geringste Mengen Jod. Kommt es zu einem Mangel, können nicht genügend Schilddrüsenhormone gebildet werden. Als Reaktion darauf vermehrt die Schilddrüse ihr Drüsengewebe, um so die Produktionskapazität zu steigern und das vorhandene Jod optimal zu nutzen: ein Kropf entsteht.

Als Warnzeichen für einen Kropf gelten folgende Symptome:

- Zunahme des Halsumfangs
- Abneigung gegen enge Kragen
- Enge- und Druckgefühl am Hals
- Kloß- und Fremdkörpergefühl
- Berührungsempfindlichkeit des Halses
- Schluckbeschwerden
- Atembeschwerden bei körperlicher Belastung

Radioaktives Jod, Hormone oder OP gegen den Kropf

Um dem unschönen Kropf zu Leibe zu rücken, setzen Mediziner radioaktives Jod und Schilddrüsenhormone ein. Oder sie operieren die Schilddrüse. Das alles lässt sich mit einer guten Jodversorgung vermeiden. Um diese sicherzustellen, bietet sich jodiertes Speisesalz an. Man sollte es nicht nur zum Nachsalzen, sondern generell zum Kochen verwenden

Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion wird zumeist durch eine Schilddrüsenentzündung verursacht. Sie kann allerdings auch angeboren sein. Bei Jugendlichen kommt ferner Jodmangel infrage. Außerdem sind Therapien mit Radiojod oder Schilddrüsenoperationen mögliche Auslöser. Behandelt wird die Unterfunktion, sei sie nun angeboren oder erworben, in aller Regel durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen.

Schilddrüsenüberfunktion

Die gesunde Schilddrüse produziert nur so viele Hormone wie nötig. Die Produkti-onskontrolle kann jedoch bei einer längeren Unterversorgung mit Jod verloren ge-hen. Es besteht die Gefahr, dass sich vermehrt Drüsenzellen bilden (heiße Knoten), die zu viel Schilddrüsenhormone freisetzen: die Schilddrüsenüberfunktion ist in vollem Gange. Eine weitere Ursache der Überfunktion kann der Morbus Basedow sein.

Knoten können wieder kommen

Auch bei heißen Knoten setzen Mediziner radioaktives Jod ein oder entfernen die betroffenen Areale chirurgisch, wobei allerdings nicht ausgeschlossen ist, dass er-neut heiße Knoten entstehen. Außerdem gibt es eine Reihe verschreibungspflichtiger Arzneistoffe, die die Hormonproduktion für die Zeit ihrer Einnahme blockieren.

Regelmäßige Untersuchungen sind notwendig

Leider sind viele Symptome von Schilddrüsenkrankheiten nicht sehr charakteristisch. Um Klarheit darüber zu bekommen, sollte man einen Arzt befragen. Am besten wäre es, die Schilddrüse regelmäßig mittels Ultraschall und gegebenenfalls einer Blutuntersuchung begutachten zu lassen.

Studien zum Thema Schilddrüse

Experten Schätzen, dass etwa zwei bis fünf Prozent aller depressiven Verstimmun-gen auf eine Unterfunktion der Schilddrüse zurückzuführen sind.
Die weiblichen Hormone Östradiol und Progesteron können das Wachstum vorhan-dener gut- und bösartiger Schilddrüsen-Knoten fördern. Studien zufolge lässt sich das Wachstum der Knoten während der Schwangerschaft auf den in dieser Zeit er-höhten Östrogenspiegel zurückführen. Eine Hormonersatz-Therapie in und nach den Wechseljahren soll die Schilddrüsen-Knoten nicht beeinflussen. Keine derartige Entwarnung gibt es für die Anti-Baby-Pille, weil die eindeutige Ergebnisse fehlen.

Schwangere Frauen mit Morbus Basedow können gut mit Arzneimitteln, die die überaktive Schilddrüse bremsen, behandelt werden. Nach Meinung von Experten sollten die Medikamente möglichst niedrig dosiert werden, damit sich die Schilddrüse der ungeborenen Kinder normal entwickelt. Mutter und Kind müssen während der Schwangerschaft und auch einige Zeit nach der Geburt ärztlich überwacht werden.



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