Salben, Cremes und Gele gegen den Schmerz
Bei Muskel- oder Gelenkschmerzen muss man nicht immer sofort zu Tabletten greifen. Ein Versuch mit schmerzstillenden Salben, Cremes oder Gelen kann sich allein oder in Kombination mit Tabletten lohnen.
"Gute" Schmerzen warnen den Menschen vor Gefahr wie vor einer heißen Herdplatte, einem faulen Zahn oder einer Blinddarmentzündung und sie vergehen wieder, wenn die Ursache beseitigt ist. "Schlechte" Schmerzen bleiben, auch wenn der Auslöser nicht mehr besteht. Das Gehirn hat diese Schmerzen erlernt und gaukelt dem Menschen permanent oder schubweise vor, der Auslöser sei immer noch da. Dieser chronische Schmerz kann allerdings auch von Ursachen herrühren, die sich nicht restlos heilen lassen. So zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen.
Wärme schafft Nerven Platz
Die Auswahl der Arzneimittel richtet sich nach den Ursachen für den Schmerz und nach dessen Intensität. Meist sind spezielle Tabletten oder Spritzen nötig, um bei einem chronischen Schmerz Schritt für Schritt das Gehirn wieder auf Schmerzlosigkeit zu trainieren. Bei akuten sowie unterstützend bei chronischen Schmerzen helfen oft so genannte nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), die zum Einnehmen und oft auch zur äußerlichen Anwendung zur Verfügung stehen. Salben, Cremes, Gele oder Sprays, die den Schmerz lindern, gibt es außer mit chemisch-synthetischen Inhaltsstoffen auch mit Pflanzenextrakten und nach homöopathischen Gesichtspunkten hergestellt. Zu den chemisch-synthetischen Substanzen zählen Diclofenac, Ibuprofen, Hydroxyethyl-Salicylat, Ketoprofen, Indometacin und Piroxicam. Sie kommen abhängig von der Einzelsubstanz zum Beispiel bei Arthrose, rheumatischen Erkrankungen der Weichteile, Sport- und Unfallverletzungen, Sehnenscheiden-Entzündungen, Verstauchungen, Zerrungen und Blutergüssen zum Einsatz. Die genannten Wirkstoffe dämmen entzündliche Prozesse ein. Propyl- oder Benzylnicotinat und Nonivamid heizen dem Gewebe ordentlich ein und machen so verspannte Muskeln locker. Weil verspannte Muskeln auf Nervenfasern drücken, was dann wehtut, nimmt Lockerung durch Wärme den Schmerz.
Als pflanzliche Schmerzlöser stehen unter anderem Arnika, Capsaicinoide, Pfefferminzöl, die ätherischen Öle aus Rosmarin, Campher, Johanniskraut und Eukalyptus so-wie Extrakte aus Beinwell zur Verfügung. Ihre Einsatzgebiete beispielhaft: unterstützende Therapie von Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Quetschungen, stumpfen Verletzungen, Muskel- und Nervenschmerzen, Spannungskopfschmerzen. Jeder Extrakt oder jede Einzelsubstanz hat spezielle Anwendungsgebiete, die im Beipackzettel aufgeführt sind.
In homöopathischen Präparaten zur äußerlichen Anwendung werden unter anderem Arnica, Calendula, Hamamelis, Echinacea, Chamomilla, Hypericum und Aconitum in homöopathischer Dosierung eingesetzt.
Die äußerlich aufzutragenden Schmerzmittel sind in der Regel frei verkäuflich. Manchmal hilft bereits das erste, das man ausprobiert, zum Beispiel bei einer Sportverletzung; bei chronischen Schmerzen kann es dagegen passieren, dass man erst nach einigen Versuchen auf das Mittel stößt, das die sonstige Therapie optimal zu unterstützen vermag.
Bei Kindern vorher den Arzt fragen
Lokal eingesetzte Schmerzmittel haben geringe Nebenwirkungen. Allerdings gilt diese Aussage für Erwachsene. Bevor man Kinder selbst mit einem Schmerzpräparat behandelt, sollte man auf jeden Fall den Apotheker oder Arzt fragen, denn durch die dünne Kinderhaut gelangen Arzneistoffe leichter ins Körperinnere und können dort womöglich unerwünschte Wirkungen auslösen.
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