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Schmerzfrei bewegen
Krankheiten des Bewegungssystems sind zur neuen Epidemie unserer Zeit geworden. Rückenbeschwerden, Schmerzen in den Schultern und Knien, Probleme mit Hüftgelenken und Füßen, mit Muskeln und Sehnen machen Millionen Menschen schwer zu schaffen.
Moderne Medizin für Knochen und Gelenke
In Deutschland stehen Erkrankungen der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder an erster Stelle aller Arztkontakte, aller Arbeitsunfähigkeiten und aller frühzeitigen Berentungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass sich in den nächsten Jahren rund um den Erdball die Zahl der Menschen, die unter Krankheiten des Bewegungsapparates leiden, noch einmal verdoppeln wird. Deswegen gilt die Devise: Kaum etwas ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden lohnender, als Gelenke, Knochen, Muskeln und Sehnen zu pflegen.
Wer rastet, der rostet
Denn der Krankmacher Nummer eins, so die Ansicht von Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Vereinsarzt beim Fußballclub Bayern München, hat einen Namen: Bewegungsmangel. Es lässt sich folgende These vertreten: Wer sich gut und oft bewegt, hat mehr vom Leben. Wer dagegen die Hände in den Schoß legt und sich immer weniger bewegt, verliert gewissermaßen die Lebensfähigkeit und wird krank.
Mobil auch noch im Alter
Bewegungsmangel, Trägheit und Bequemlichkeit zählen zu den großen und teuren Problemen der Medizin, und dies weltweit. Schon mit vierzig hat man seine Last mit müden Knochen und schmerzenden Gelenken, und bei den noch sehr viel Jüngeren, den Sportinvaliden, geht es damit noch früher los. Die Menschen von heute sind zwar nicht kränker als ihre Väter und Großväter vor fünfzig Jahren, doch sie werden, wie Professor Dr. Wolfgang Rüther, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Hamburg, erklärt, sehr viel älter als früher, setzen sich mit siebzig nicht zur Ruhe, sondern wollen sich trotz allem weiter bewegen.
Knochen werden brüchig
Die wachsende Zahl alter Menschen, die sich noch nicht zum alten Eisen zählen lassen will, ist einer der Gründe dafür, dass Krankheiten am Bewegungssystem enorm zunehmen. Ein anderer ist die bei jung und alt weit verbreitete Unlust, sich körperlich ein wenig abzumühen, zu laufen, zu schwimmen, zu wandern, mit dem Rad zu fahren oder auch nur im Garten zu arbeiten.
Poröse Knochen tragen weniger
Es kommt dann noch hinzu, dass im Alter der Vorrat an Calcium in den Knochen sowie an anderen Mineralstoffen schwindet, so dass die Knochen porös und immer weniger stabil und tragfähig werden. Daraus resultiert unter anderem die Osteoporose, von der im Alter, wenn die durchaus mögliche Vorbeugung unterbleibt, 90 von 100 Menschen betroffen sein werden.
Faktor Seele
Und nicht zuletzt ist lange bekannt, dass sich auch schwer wiegende seelische Belastungen mit Bewegungsschmerzen, besonders mit Rückenbeschwerden, bemerkbar machen können. Bei Menschen über sechzig betreffen mehr als die Hälfte der chronischen Erkrankungen die Gelenke, und dort sind es meistens Arthrosen.
Architektur des Skeletts
Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder wirken nach einem sinnvoll konstruierten System zusammen. Zu ihm zählen mehr als 200 Knochen, wobei die Oberschenkelknochen mit je einem halben Meter Länge die größten und die Gehörknöchelchen im Mittelohr mit jeweils drei Millimetern die kleinsten sind. Zum menschlichen Skelett zählen unter anderem: der Schädel mit 25 Knochen, die Wirbelsäule aus 33 Wirbelkörpern, von denen neun zum Kreuz- und Steißbein zusammen gewachsen sind.
600 Muskeln halten das Gerüst
Die restlichen teilen sich auf in sieben Hals-, zwölf Brust- und fünf Lendenwirbel. Der Brustkorb besteht aus 24 Rippen, jeder Arm mit der Hand und jedes Bein mit dem Fuß zählt jeweils 30 Knochen. Das gesamte Knochengerüst wird von 600 überwiegend willkürlich steuerbaren Muskeln gestützt. Gäbe es nicht Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder, würde der Mensch wie ein Kartenhaus zusammenfallen und wäre schwabbelig wie Pudding.
Training für Kopf und Knochen
Regelmäßige Körperbewegung bietet zwar nicht die Garantie, dass Schmerzen und Behinderungen für immer ausbleiben, doch kann sie lange Beeinträchtigungen dieser Art verhindern. Das ist dann nicht nur an Knochen und Muskeln spürbar, sondern auch im Kopf. Es gibt nämlich keinen Zweifel darüber, dass regelmäßiges Training negative Effekte von Stress, Überarbeitung oder Konflikten abbaut und gleichzeitig Kreativität und Denkvermögen positiv beeinflusst. Wer es nicht glaubt, der möge es einmal ausprobieren!
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