|
Schulterverletzungen
Die vielfältigen Bänder und Muskeln, die um die Schulterkonstruktion angeordnet sind, funktionieren wie ein stufenloses Getriebe für die feinsten Nuancen von Bewegungen. Eine Vielzahl von Muskeln mit leicht unterschiedlicher Funktion greift ineinander, ohne dass die Bewegung dabei gestört wird. Für Halt sorgt das Schlüsselbein - wie eine Pleuelstange als Stütze am Brustbein.
Beim Sport wird die Schulter am häufig verletzt. Klassisch sind Muskel-, Kapsel-, Bänder- und Sehnenriss, Abriss von knöchernen Vorsprüngen, Reizungen im Bereich der Muskelansätze sowie Entzündungen der Schleimbeutel, die als Gleitkissen dienen. Häufig handelt es sich um Überlastungsschäden. Das Wichtigste bei Schulterverletzungen: Die Muskelmanschette um das Gelenk herum durch ein gezieltes Übungsprogramm so schnell wie möglich wieder kräftigen.
Auskugeln schmerzt
Die Schwachstellen der Schulter sind die Kapsel und die Muskelansätze, die zum Teil ineinander fließen und die Rotatoren-Manschette ergeben. Die Schulterkapsel bietet in manchen Situationen nicht den nötigen Halt. Dann rutscht die Kugel über den mit einem Knorpelring gesicherten Pfannenrand der Arm ist ausgekugelt. Der Schmerz ist so stark und die krampfhafte Anspannung so groß, dass das oft nur eine Narkose das Einrenken möglich macht.
Übermüdung oft Ursache von Verletzungen
Ab dem 35. Lebensjahr liegen in der Regel Übermüdung und degenerative Prozesse vor. Kommt es dann zu einer plötzlichen Überbeanspruchung etwa durch einen Sturz reißt entweder die Rotatoren-Manschette aus. Oder aber der Höcker am Oberarmknochen, an dem sie ansetzt, wird regelrecht "abgemeißelt". Bei Tennisspielern summieren sich im Laufe der Jahre kleinste Verletzungen dort, wo die wichtigsten Muskeln in die Schultergelenkkapsel einstrahlen. Bleibt man dann wegen Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit inaktiv, bildet sich die Schultermuskulatur leicht zurück. Immerhin lassen sich Schäden gut abtasten, weil die Schulter so frei liegt. Man kann mit den Fingerspitzen "sehen", welcher Muskel verletzt ist.
Hilfen für kaputte Schultern
Anfangs ist die Hot-Ice-Behandlung ganz wichtig, etwa bei Prellungen und leichten Zerrungen. Weitere Möglichkeiten der Therapie: Injektionen mit Enzymen, Salzen und lokal betäubenden Mitteln. Der Arzt setzt außerdem die folgenden Therapie-Formen ein:
Laser-Therapie: Eine gebündelte Energie in Form des Laserstrahls aktiviert die Zellen und fördert die Regeneration des geschädigten Gewebes.
Elektro-Therapie: Sie mindert die Intensität des Schmerzes. Ein mittelstarker Schmerz kann so unterschwellig werden. Die das Gelenk umspannenden Muskeln lassen sich durch eine differenzierte Elektro-Therapie auch stimulieren und kräftigen.
Iontophorese: Man baut ein elektrisches Feld auf und bewirkt dadurch, dass die Ionen eines Medikaments in diesem Feld gezielt wandern, von Minus nach Plus. Wenn man also zwei Elektroden anlegt und eine Salbe aufträgt, weiß man, dass die geladenen Teilchen in der Salbe mit ihrer schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Wirkung dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden wenn der Schaden vorab genau lokalisiert ist und die Elektroden richtig angelegt wurden.
Ultraschall: Es handelt sich um eine Art Mikromassage, mit der Schwellungen und Schadstoffe abgebaut sowie der Stoffwechsel angeregt werden können. Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes lassen sich Medikamente "einschallen".
Massage: Von großer Wirkung ist eine allgemeine Massage im gesamten Bereich des muskulären Schultergürtels. Die Cyriax-Methode beschleunigt den Heilungsprozess. Quer zum Muskel- und Sehnenansatz wird friktioniert eine spezielle Art der Massage , um den Stoffwechsel anzuregen.
01/03
|
|
|