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Typ-1-Diabetes Immunattacke gefährdet weitere Organe
Greift das Immunsystem in einer so genannten Autoimmunreaktion mindestens zwei verschiedene Organe an, spricht man von einer "pluriglandulären Insuffizienz". Typ-1-Diabetes tritt häufig gepaart mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, der Nebennieren, des Darms oder des Magens auf. Symptome registriert man oft lange Zeit nur unterschwellig und so, dass man sie auch einer schlechten Blutzuckereinstellung zuschreiben könnte. Umgekehrt beeinflussen Schäden an den genannten Organen den Blutzucker negativ.
Hashimoto-Thyreoiditis: Antikörper gegen die Schilddrüse
Treffen Autoantikörper des Immunsystems die Schilddrüse, spricht man von einer Hashimoto-Thyreoiditis. Die Schilddrüse produziert entweder zu wenig Hormone oder sie steigert die Synthese über Gebühr. Bei einem Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 legt man ohne übermäßiges Essen an Gewicht zu, fühlt sich müde, verspürt keinen Antrieb, friert und leidet unter Verstopfung. Ein Überschuss macht nervös, man verliert Gewicht, verträgt Wärme schlecht und hat Durchfall. Zudem beschleunigt T3 den Insulinabbau, so dass der Blutzucker besonders nach dem Essen in die Höhe schießen kann.
Morbus Addison: zu wenig Hormone der Nebennierenrinde
Bei einer Attacke der Antikörper auf die Nebennieren entsteht ein so genannter Morbus Addison: Die Nebennierenrinde produziert zu wenig Gluko- und Mineralokortikoide mit fatalen Auswirkungen. Der Mangel an Glukokortikoiden wie Kortison stört beispielsweise massiv den Kohlenhydrat-Stoffwechsel: Betroffene unterzuckern rasch, was hungrig macht und alle weiteren Symptome einer Hypoglykämie mit sich bringt. Man verliert Gewicht, weil auch Fett und Eiweiß nicht mehr richtig verarbeitet werden. Der Magen produziert zu wenig Säure, psychische Störungen treten auf.
Blutbildung gestört
Das Blutsystem nimmt Schaden, wenn Autoantikörper bestimmte Magenzellen zerstören. Diese geben unter gesunden Bedingungen eine Substanz ab, die Vitamin B12 dabei hilft, in die Blutbahn zu gelangen. Dieses Vitamin ist für die Blutbildung essenziell. Fehlt es, bildet sich langsam aber stetig eine Blutarmut aus, also eine Anämie. In diesem speziellen Fall spricht man von einer "perniziösen Anämie". Unbehandelt verläuft sie tödlich. Sie äußert sich durch eine auffallend blasse Hautfarbe, geht aber auch zum Beispiel mit Durchfällen einher.
Zöliakie bei Typ-1-Diabetikern häufiger
Im Darm liegt die Ursache der Zöliakie, ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, die bei Typ-1-Diabetikern häufiger auftritt als bei gesunden Menschen. Wer darunter leidet, verträgt kein Gliadin, ein Bestandteil des Klebereiweißes (Gluten), das in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und den daraus gewonnenen Mehlen vorkommt. In der Lebensmittelindustrie setzt man es aber auch in Stabilisatoren, Emulgatoren, Geschmacksverstärkern, Trägerstoffen und Gewürzen ein. Weil es sich bei Gluten um ein natürliches Nahrungsprodukt handelt, muss es auf Lebensmitteln nicht deklariert sein.
Zu geringe Nährstoffaufnahme im Darm
Betroffene müssen deshalb oft auf Nahrungsmittel ausweichen, die eigens mit "Glutenfrei" gekennzeichnet sind. Die durch Gliadin im Darm hervorgerufene Entzündung schädigt die Dünndarmschleimhaut und verschlechtert dadurch die Aufnahme von Nährstoffen. Weil die Krankheit auch symptomfrei verlaufen kann, stellt der Arzt die Diagnose oft erst, wenn infolge der schlechten Verwertung von Nährstoffen Folgekrankheiten auftreten. Dazu zählen etwa Blutarmut, Osteoporose oder Epilepsie.
Auf Symptome achten
Bei Erstdiagnose eines Typ-1-Diabetes findet eine Untersuchung auf weitere Autoimmunkrankheiten in der Regel nicht statt. Umso wichtiger, dass Betroffene ihrem Arzt sofort berichten, wenn sie Symptome der oben genannten Erkrankungen bemerken oder wenn ihr Blutzucker scheinbar grundlos außer Rand und Band gerät.
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