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Vogelgrippe: Kein Grund zur Panik
Was soll man tun?
- Die Vogelgrippe ist eine Tierkrankheit. Sie wird nur bei engem Kontakt mit Vögeln auf den Menschen übertragen. Bei Aufenthalt in Regionen mit Vogelgrippe sollte man sich von Vögeln fern halten und Geflügel nur gekocht essen.
- Eine Grippeimpfung gegen die saisonale Grippe schützt nicht gegen eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus. Empfohlen wird eine Impfung wie jedes Jahr für gefährdete Personen, also ältere Menschen, Personen mit Grundleiden oder auch medizinisches Personal. Das Auswärtige Amt rät zudem Reisenden in Regionen mit Vogelgrippe zu einer Impfung, um eine Verwechslung der Erkrankung auszuschließen. Darüber hinaus könne dies die gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren und dadurch die Entwicklung eines pandemischen Virus verhindern.
- Ein Impfstoff gegen ein mögliches Pandemie-Virus existiert nicht, seine Entwicklung läuft aber bereits. Wird ein pandemisches Virus identifiziert, soll binnen drei Monaten Impfstoff für alle Deutsche zur Verfügung stehen.
- Neuraminidasehemmer, die klassischen Grippemittel, können voraussichtlich auch die Symptome einer pandemischen Grippe lindern. Privatpersonen raten die WHO und das RKI jedoch von einer Bevorratung ab.
Nachdem das Vogelgrippevirus H5N1 in Europa angekommen ist, sind viele Deutsche verunsichert. Bislang besteht jedoch keine verstärkte Gefahr für den Menschen darin sind sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin einig. Denn bei der Vogelgrippe handelt sich um eine Tierkrankheit.
Und so haben sich seit dem Auftreten des Virus Ende 2003 bis jetzt nur rund hundert Menschen infiziert, eine verschwindend geringe Zahl verglichen mit den bislang infizierten Vögeln. Dass sich die Betroffenen überhaupt anstecken konnten, liegt an ihrem sehr engen Kontakt zu den Tieren, mit denen sie häufig unter einem Dach lebten. Das Auswärtige Amt sieht auch Reisen in betroffene Länder als unbedenklich an. Allerdings sollten Urlauber den Kontakt zu lebenden und toten Tieren meiden. Beim Verzehr von gekochtem Geflügelfleisch oder Eiern besteht dagegen keine Gefahr, da das Virus mit der Hitze abgetötet wird.
Warum sich dennoch Wissenschaftler und Politiker diesem Thema besonders annehmen, liegt daran, dass das Grippe-Virus sich verändern und dann auch den Menschen als natürlichen Wirt befallen könnte. Wie bei einer normalen Grippe würden sich dann sehr schnell viele Menschen durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung infizieren und erkranken. In zwei oder drei Wellen würde sich das Virus um den Erdball bewegen, es käme zu einer so genannten Pandemie.
Da noch kein Mensch mit diesem möglichen „Supervirus“ in Kontakt gekommen ist, wäre eine Infektion schlimmer als bei einer normalen Grippe. Aus diesem Grund haben die Bundesländer so genannte Neuraminidasehemmer auf Vorrat eingekauft. Diese sollen im Pandemiefall die erste Grippewelle, bei der in der ersten Welle laut RKI-Schätzungen etwa jeder Dritte infiziert würde, abschwächen. Denn sie verhindern das Eindringen des Virus in die menschlichen Körperzellen, so dass es sich nicht vermehren kann.
Für die folgenden Wellen soll die gesamte Bevölkerung dann mit einem Impfstoff geschützt werden, der bislang aber noch nicht existiert. Denn erst muss das Pandemie-Virus identifiziert werden, dann kann die Produktion beginnen. Das Paul-Ehrlich-Institut entwickelt aber bereits mit zwei in Deutschland ansässigen Impfstoffherstellern einen Prototyp, dessen Zulassung im nächsten Frühjahr erwartet wird. Mit seiner Hilfe soll es möglich sein, innerhalb von sechs Wochen 80 Millionen Impfdosen herzustellen. Nach weiteren sechs Wochen könnten alle Deutschen dann zum zweiten mal geimpft werden.
Die Vorsichtsmaßnahmen sind angelaufen, wann sie benötigt werden, kann jedoch kein Virologe und kein Mediziner sagen. Es könnte auch noch fünf bis zehn Jahre dauern.
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