Wechseljahre:
Wann Hormone aus Pflanzen helfen
Der Ernährung von Kindesbeinen an scheint ein großer Einfluss auf das Ausmaß von Wechseljahrsbeschwerden zuzukommen . Das scheint zumindest für in Asien übliches sojareiches Essen zu gelten. In Europa kommen mehr und mehr spezielle Heilpflanzen zum Einsatz, um Frauen den Wechsel zu erleichtern.
Als Alternative zu synthetischen Hormonen seit negativen Studienergebnissen in Verruf geraten werden vermehrt so genannte Phytoöstrogene, also pflanzliche Östrogene, empfohlen. Dabei handelt es sich um Stoffe aus verschiedenen Pflanzen, vor allem aus der Traubensilberkerze, aus Soja und Rotklee. Doch sind diese natürlichen Substanzen tatsächlich so harmlos, wie ihr Name verspricht? Neue Untersuchungen brachten hierzu wichtige Ergebnisse.
Für die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) konnte in vielen wissenschaftlichen Studien gezeigt werden, dass sie bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen sowie psychischen Beschwerden ähnlich gut wirkt wie Östrogene. Schwer wiegende Nebenwirkungen sind bisher nicht aufgetreten. Besonders wichtig: Cimicifuga fördert nicht das Tumorwachstum bei Frauen mit Brustkrebs. Trotzdem sollte in diesen Fällen vor der Einnahme mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden. Diese insgesamt positiven Ergebnisse führten dazu, dass Extrakte der Traubensilberkerze als Arzneimittel zugelassen wurden.
Die im Rotklee und in Soja enthaltenen Isoflavone sind ähnlich gebaut wie Östrogen und passen deshalb auf die Östrogen-Bindungsstellen des Körpers. Die Isoflavone wirken allerdings 100- bis 10000-fach schwächer. Beide Pflanzen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, weil ihre Wirkungen und Nebenwirkungen bislang nicht ausreichend in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden. Stattdessen sind sie in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.
Mittlerweile sehen Experten wie Apothekerin Elisabeth Thesing-Bleck von der Apothekerkammer Nordrhein das differenzierter. Zum einen, weil sehr große Mengen an Phytoöstrogenen doch wieder so stark wirken und damit schaden können wie synthetische Hormone. Noch wichtiger sind in diesem Zusammenhang jedoch die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2004. Diese zeigte, dass Isoflavone offenbar nur dann eine positive Wirkung haben, wenn noch körpereigenes Östrogen vorhanden ist. Herrscht Östrogenmangel wie in und nach den Wechseljahren, kehrt sich die positive Wirkung eher ins Gegenteil um. Grundsätzlich ist der Verzehr von Soja also durchaus zu empfehlen, so Thesing-Bleck, allerdings sollte man wie die Asiatinnen schon früh damit beginnen.
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