Anzeige:
Home
31.07.2010, 4:29


Erste Hilfe

Arzneimittel

Krankheiten & Beschwerden

So funktioniert der Körper

Wellness, Fitness, Health

Recherche Spezial



Stichwortsuche:



Hier finden Sie Ihren Suchbegriff
im Lexikon und in den Seiten der
Neuen Apotheken Illustrierten.

Wechseljahre


Rund zwei Drittel aller Frauen leiden während der Wechseljahre unter typischen Beschwerden, die man hormonellen Prozessen zuschreibt. Die Liste der Symptome ist lang: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Gewichtszunahme und depressive Verstimmungen zählen zu den häufigsten, dicht gefolgt von Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen sowie trockenen Schleimhäuten und sexueller Unlust.

Kein Schrecken ohne Ende

Die Angst, sich unweiblich und jahrelang krank zu fühlen, sitzt bei vielen der Betroffenen tief. Doch was die meisten nicht wissen: Die Beschwerden treten weder geballt noch durchgehend von Anfang bis Ende des so genannten Klimakteriums auf und lassen sich mittlerweile mit Hilfe wirksamer Arzneimittel gut in den Griff bekommen.

Schleichender Wechsel

Schon zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr beginnt der Körper sich, auf den unfruchtbaren Lebensabschnitt vorzubereiten. Die Eierstöcke produzieren allmählich weniger weibliche Geschlechtshormone, die so genannten Östrogene. Je größer dieses Defizit, desto stärker geraten der Hormonhaushalt und mit ihm bestimmte Gehirnzentren durcheinander, die neben der Hormonproduktion noch andere Körperfunktionen regulieren.

Der Organismus sucht seine Balance

Dazu gehören unter anderem der Fettstoffwechsel, Hunger- und Sättigungsgefühl, Schweißabsonderung, die Sexualfunktion und der Schlaf-Wach-Rhythmus. Herrscht Chaos in den Hirnarealen, geraten diese Mechanismen aus dem Gleichgewicht: Es kann zu den oben genannten Beschwerden kommen. Bis der Organismus von allein seine innere Balance wieder gefunden hat, können mehrere Jahre vergehen.

Knochenschwund . . .

Auch für langfristige Beschwerden, die über das Klimakterium hinausgehen, macht man die versiegende Östrogenproduktion verantwortlich. Weil die Hormone den Abbau von Calcium aus dem Knochen verhindern, verlieren diese an Stabilität, wenn der Östrogengehalt sinkt: Die Knochen werden brüchig. Circa 25 Prozent aller Frauen leiden unter Osteoporose.

. . . und schwaches Herz

Zudem steigt nach der Menopause das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Denn die Geschlechtshormone schützen nicht nur die Knochen, sondern auch das Herz. Sie halten Blutgefäße elastisch und Arterienverkalkung in Grenzen. Fehlt der Einfluss der Östrogene, verschiebt sich das Gefüge der Blutfette: Das so genannte schlechte LDL-Cholesterin steigt und mit ihm die Gefahr von Ablagerungen an den Gefäßwänden.

Medikation abhängig von Beschwerden

Die als typisch geltenden Beschwerden kann man mit Hormonpräparaten schachmatt setzen. Das Angebot ist groß und reicht von Tabletten über Pflaster, Injektion oder Cremes bis hin zu Scheidenzäpfchen. Welches Mittel in welcher Dosis und Zusammensetzung in Frage kommt, entscheidet der Arzt je nach Schwere der Symptome und den individuellen Bedürfnissen der Frau.

Nutzen-Risiko Verhältnis nicht eindeutig

Nach wie vor umstritten: die Effektivität der Östrogentherapie bei der Vorbeugung von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Studien zeigte die Hormonbehandlung schützende Wirkung sowohl auf Knochen als auch auf die Blutgefäße. Eindeutige wissenschaftliche Beweise fehlen jedoch bislang. Trotzdem empfehlen Fachleute gerade Frauen mit starken Wechseljahresbeschwerden und erhöhtem Risiko für diese Krankheiten, vorübergehend die Hormone zu ersetzen. Auch die Frage nach der Brustkrebs-Gefahr durch Hormonersatz bleibt vorerst ungeklärt. Genaue Studienergebnisse hierzu stehen ebenfalls noch aus.

Hormonersatz oder Pflanzenkraft?

Alternativ bieten Pflanzen ihren Dienst gegen die unangenehmen Beschwerden während des Klimakteriums an. Extrakte aus der Traubensilberkerze oder dem Mönchspfeffer wirken hormonähnlich. Sie können depressive Verstimmungen, Antriebsschwäche, Hitzewallungen sowie Schlaf- und Konzentrationsprobleme binnen weniger Wochen bessern. Johanniskraut, die pflanzliche Waffe gegen depressive Zustände, hat sich ebenfalls einen festen Platz in der Behandlung von Wechseljahresleiden erobert. Man erhält diese Präparate in Form von Tabletten, Dragees oder als Tropfen ohne Rezept in der Apotheke.

Eine Frage des Lebensstils

Osteoporose, Herzinfarkt und Brustkrebs. Diesen Erkrankungen können Sie mit gesunder Lebensweise Paroli bieten! Ihr Körper braucht jetzt Ballaststoffe, Vitamine (speziell Vitamin D), Calcium in Form von Vollkornprodukten, frischem Obst, Gemüse und Salaten, fettarmen Milchprodukten, Fisch und Geflügel oder Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten aus der Apotheke. Und außerdem: viel Bewegung. Schwimmen, Laufen, Radeln, Gymnastik, aber auch Krafttraining unter Anleitung tun Knochen, Muskeln und Gelenken gut. Verschonen Sie Ihren Körper möglichst mit den Calciumräubern Nikotin und Koffein, regelmäßigem Alkoholgenuss, tierischen Fetten wie Butter, Sahne, Wurst, Fleisch, Konserven und Fertiggerichten sowie mit übermäßig viel Zucker und Weißmehl.



05/02





Zurück zur Startseite

Copyright © 2010 Neue Apotheken Illustrierte / GOVI Verlag


Home | Impressum | Presse | Mediainformationen | Copyright-Hinweis | GOVI Verlag

Haben Sie Fragen zum Inhalt? Dann wenden Sie sich bitte an redaktion@nai.de